Ausnahmsweise mal kein Fussball, sondern Eishockey. Hab ich mich auch jahrelang exzessiv mit beschäftigt, allerdings irgendwann total den Drive verloren - zumindest mich aktiv damit auseinander zu setzen.
Nichts desto trotz habe ich einen Artikel in der FAZ gesehen, den ich für absolut lesenswert halte.
Es geht im Endeffekt um die zwei Welten des Eishockeys (pikanterweise auch noch in der selben Stadt, Hannover). Auf der einen Seite die DEL mit ihrem Hang zu sterilem Entertainment in Multifunktionshallen, auf der anderen Seite die 2. Bundesliga mit dem dreckigen, schmutzigen, aber nahem Sport.
Hat das was mit Fussball zu tun? Direkt nicht, indirekt schon. Es zeigt für mich das auf, was nicht so toll laufen kann, wenn man alles auf Teufel komm heraus modernisiert. Hier sehe ich schon Parallelen zum Fussball: auch im Fussball sterben die Stadien langsam aber sicher aus und werden durch “Arenen” ersetzt. Wo gibt es denn noch in der höchsten Spielklasse Stadien, die aus allen Poren Tradition, Kampf und Geschichte atmen? Kaum mehr. Wo sind die Bökelberge oder die Parkstadien hin? Ersetzt durch Nordparks oder Veltinsarenen: sterile, “wohltemperierte” Multifunktionshallen. Nähe zwischen Fans und Mannschaft? Meistens Fehlanzeige. Wirklich gelebte Fanschaft? Wird durch Werbung und laute Musik unterdrückt.
Und genau das ist auch im Eishockey passiert. Auf der einen Seite die Kommerzialisten, denen der Erfolg über alles geht, auf der anderen Seite die Traditionalisten, denen anderes wichtig ist. Im Eishockey ist es vermutlich zu spät, die Entwicklung aufzuhalten oder zurück zu drehen, aber im Fussball gibt es noch die Chance, manches zu überdenken.
Dom DeLuise ist gestorben. Einer meiner Lieblingscharaktere aus “Auf dem Highway ist die Hölle los” - RIP, Dom DeLuise - heute abend wird aus Nostalgie und Andenken erst mal der Film geschaut!
Wer den Schaden hat, braucht bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen. Eurosport hat nun die aktuelle Stellenausschreibung für den Trainerjob beim FC Bayern gefunden (Achtung: Satire):
Wir sind seit den 1970ern Jahren der Branchenführer in der Fußball-Bundesliga und haben per vereinseigener Leitlinie den Anspruch auf alle nationalen Titel sowie den Gewinn der Champions League und des Weltpokals. Wir stehen für Arroganz, wenig Geduld und sind im Besitz der allgemeingültigen Wahrheit bei allen Fußball-Themen.
Für unsere Lizenzspielermannschaft, eine Mischung aus divenhaften Topstars, mäßig begabten Nachwuchsspielern und Mitläufern aus aller Welt, suchen wir aus gegebenem Anlass zum 1. Juli 2009 einen
Cheftrainer in Vollzeit (m/w)
Ihr Profil:
- Sie sind ein anerkannter, nach FIFA-, UEFA- und DFB-Richtlinien zertifizierter Fußball-LEHRER
- Sie haben nachweisbar auf täglicher Basis einen internationalen Spitzenklub nachhaltig erfolgreich trainiert und geführt (ein erfolgreiches Projektmanagement bei einem Nationalteam reicht nicht aus!)
- Altbewährte Grasfressen-Parolen und computergesteuerte Leistungsdiagnostik sind für Sie kein Widerspruch
- Sie sind jung und aufgeschlossen, aber gleichzeitig erfahren und konservativ
- Sie haben uneingeschränktes Potenzial zum Publikumsliebling
- Sie verfügen über das Bayern-Gen in Ihrem Erbgut
Ihr Aufgabengebiet umfasst:
- Das tägliche Li-La-Laune-Unterhaltungsprogramm für satte, aber sensible Millionäre
- Etablierung eines erkennbaren und zukunftsorientierten Spielsystems mit den derzeit gängigen Taktikelementen
- die unmittelbare Erzielung kurz, mittel- und langfristiger Erfolge
Idealerweise ersetzen Sie den Vorstandsvorsitzenden und Manager bei der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere nach unerwarteten Heim-Pleiten oder peinlichen Auswärts-Niederlagen.
Sie unterstehen direkt der Vereinsspitze und berichten tagesaktuell dem Vorstandsvorsitzenden, dem Manager und der “Bild”-Zeitung.
Unerwünscht sind:
- Lothar Matthäus, Christoph Daum und Peter Neururer
- Visionäre und/oder US-Amerikaner
- Maxime wie ‘Jeden Spieler jeden Tag ein Stück besser machen zu wollen’
- schwäbischer Akzent
- Dauergrinsen & Durchhalteparolen
- Anti-bayerische Altlasten im Lebenslauf
- ein Betreuerstab, der die Maximalzahl fünf überschreitet
- Betreuer aus Nicht-EU-Mitgliedsstaaten
- Demontage aktiver, ehemaliger oder künftiger Bayern-Torhüter
- Einen leistungsorientierten Zwei-Jahres-Vertrag (jederzeit einseitig kündbar durch den Verein)
- Attraktives Gehaltspaket und vermögenswirksame Leistungen auch im Trennungsfall
- mehr oder weniger geeignete, gerne auch unabgestimmte Kommentare der Vereinsspitze über Ihre Arbeit in einer der drei täglichen Boulevard-Zeitungen Münchens
Diesen Mindtrash hätten wir auch zu unserer Studienzeit nicht besser hinbekommen. Dank’ an Nerdcore für diese Links. Eine Hommage an die Simpsons, an Ralph Wiggum und an die Ente.
Aus dem Original…
… wurde folgender Loop (und der ist schon tierisch enervierend) …
… und daraus wurde folgender Remix…
Besonders schön sind auch die Kommentare bei Nerdcore zu diesem Posting
Ich hab mich bis jetzt ja zumindest öffentlich zurück gehalten, was die Klinsmann-Entlassung bei Bayern angeht (ob das jetzt genügend Keywords sind?). Aber die Mauertaktik hat die geheimen Tagebücher des Jay Goppingen gefunden - sehr lesenswert.
1. Juli 2008 – Off to a nice start… Mich erstmal auf dem Gelände umgesehen. Da kann man einiges hübscher machen. Habe als erstes mal diese Open-Air-Lounges aus dem WM-Quartier geordert, komplett mit Sonnenschirmen, standen noch beim Olli im Garten. Bei der ersten PK ‘ne feine Loddar-Persiflage geboten: „I come here for play soccer.“ Journalisten-Mob hat getobt. Arschkriecher.
(…)
8. April 2009 – Fiese Klatsche in Barcelona. War das Konditionstraining heute Morgen doch des Guten zu viel? Oddo lief danach immerhin handgestoppte 25 Sekunden auf Hundert. Eigentlich OK. Look-Up: Wer ist dieser Wuselzwerg mit dem Pilzkopf? Kopf up, Jurgen!
Mal offtopic zu Werder: der Kalle Rummenigge hatte letzte Woche nach der Klatsche seiner Bayern in seiner Ansprache auf den großen Udo Lattek verwiesen, der in der Halbzeit ob der Leistung der Bayern geweint hätte.
Block11 hat sich dem investigativen Journalismus verschrieben (Achtung, Satire) und herausgefunden, warum Lattek wirklich Tränen in den Augen hatte:
A) Der fidele Frührentner hatte ganz einfach seine wertvollen Barca-Bier-Bons im Urinal verloren, weshalb die Grundversorgung für die zweite Hälfte nicht mehr sicher gestellt war.
B) “Unser alter Freund” hatte nach 45 Minuten noch einmal einen Blick ins weite Rund geworfen und war sich hinterher nicht mehr sicher, ob das Glas jetzt halbleer oder halbvoll ist.
C) Der Ex-Barca-Cheftrainer ärgerte sich “wie so oft in der letzten Zeit”, dass er noch nicht für die deutsche Dependance von Madama Tussaud´s angefragt worden ist, als erste lebende Wachsfigur.
ODER:
D) Er wurde von einem rotbäckigen Mann angesprochen, den alle wie selbstverständlich “Killer-Kalle” riefen, konnte sich aber nicht mehr erinnern, woher er den eigentlich kannte. Ob der mal beim Wonti neben ihm gesessen hatte?
Tja, was ist die richtige Antwort? Vielleicht Frau Buster?