Niederlagen verdränge ich gerne - besonders und gerade, wenn sie gegen die Bayern geschehen. Es sind mir nur zwei Niederlagen prägend im Gedächtnis geblieben: das 0:3 im Jahre 2000 in Berlin und das 0:4 in der letzten Saison im Heimspiel.

Gerade letzteres betrachte ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Sportlich gesehen der absolute Super-GAU. Bayern eine Klasse besser, Werder chancenlos. Gerade im Weserstadion habe ich sowas seltenst erlebt. Bayern hat gezaubert, Werder gerumpelt. Meist war es vorher genau andersrum. Genauso wie das Ergebnis.

Nicht an diesem Samstag. Andererseits hatte dieser Tag etwas sehr schönes. Abends war ich mit Freunden (einem Gladbach-Anhänger und einem Bayern-Fan) auf einer Ü30-Party verabredet. Aus Frust vom Nachmittag hatte ich diverse Biere intus, als wir auf der Party aufmarschierten. Und das Unheilnahm seinen Lauf, denn nur kurze Zeit nach unserem Eintreffen sah ich einer Frau in die Augen - wir unterhielten uns fast den ganzen Abend und - naja, was soll ich sagen - seit 2 Monaten leben wir zusammen.

Danke Werder und danke Bayern für dieses Ergebnis, denn hätte ich nicht so eine “ist mir jetzt alles scheißegal”-Laune gehabt, wäre es hierzu sicherlich niemals gekommen.

Ich muss verrückt sein, dass ich mich bei Werder für eine Niederlage bedanke, aber ich verbinde eben nur gutes mit dem 18. August 2007.

Eigentlich schließt sich “schön” und “Niederlage” im Bezug auf Werder absolut aus. Nicht aber dieses eine, verlorene Spiel.

Wir schreiben den 34. Spieltag der Saison 2001/2002, Werder zu Gast in Dortmund. Die Ausgangslage vor dem Spiel ist klar: Dortmund hat einen Punkt Vorsprung auf Leverkusen, muss gegen Werder gewinnen, um noch Meister zu werden. Werder ist punktgleich mit Lautern auf Platz 6, muss zwei Tore Tordifferenz gegenüber Kaiserslautern verteidigen, die zeitgleich gegen den VfB Stuttgart antreten müssen, der hinter Lautern auf Platz 8 steht und für den es um eigentlich nichts mehr ging.

Dortmund in dieser Saison bärenstark, Werder eher schwankend (aber mit den schönen, grünen Trikots).

Auf geht’s:

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