*privaterjammermodus* Der Nachteil an Geschäftsreisen ist, dass man nicht zeitnah über die Spiele am Wochenende bloggen kann. Aber besser spät als nie */privaterjammermodus*

Wenn Freiburg gegen Bremen spielt, ist eigentlich immer Musik drin. Bei Freiburg Katzenjammer, bei Werder Partymusik. So auch vergangenen Samstag.

Über die Defensivschwäche und die fehlene Balance haben schon andere geschrieben, das muss ich nicht auch noch stressen, deshalb werde ich mich mal auf andere Punkte konzentrieren.

In der letzten Saison lag Werder insgesamt 16 Mal mit 0:1 hinten und hat es nur einmal geschafft, das Spiel zu drehen und zu gewinnen – und das war ziemlich am Ende der Saison (St. Pauli?). Diesmal ist es schon am 3. Spieltag gelungen.  Das bedeutet jetzt nicht zwangsläufig, dass ich gerne die Probe aufs Exempel machen möchte, ob sie das auch noch mal schaffen, aber in der letzten Spielzeit wäre die Mannschaft wohl auseinander gefallen. Am Wochenende haben sie die richtige Reaktion gezeigt und einfach stark weiter gespielt.

Die Aussenverteidiger machen offensiv einen sehr guten Job. Schmitz muss sich defensiv zwar definitiv noch steigern, aber nach vorne sind beide wirklich eine Belebung. Dazu aber später mehr.

Besonders geholfen hat am Samstag die Bank. Dass sie mittlerweile so voll ist, dass ein Wagner auf die Tribüne muss, ist wunderschön, muss Schaaf und Allofs auch erleichtern. Denn darauf können wir uns hoffentlich einstellen, es wird Konkurrenzkampf geben und die Jungs, die auf der Bank sitzen, werden Druck machen. Denn das sind im Moment alles Leute, die eigentlich den Anspruch haben können, Stammspieler zu sein.

Arno und Merte haben sich nach dem Spiel direkt zu Werder bekannt. Ich habe da ein weinendes und ein lachendes Auge. Dass Arno ernsthaft wechseln will, habe ich eigentlich nie geglaubt, denn das würde beweisen, dass er gescheitert ist. Bei Merte würde ich mich allerdings schon freuen, wenn er noch abgegeben werden würde, denn die 8-10 Millionen, die immer wieder kolportiert werden, könnte Werder sehr gut gebrauchen.

Und schließlich und letztendlich war es deshalb auch ein fast perfekter Spieltag, weil der HSV eingeseift wurde. Hoffen wir, dass die Zeit des Dinos abgelaufen ist.

Jetzt zu einzelnen Spielern:

Schmitz und Sokratis: Offensiv hui, defensiv etwas pfui, wobei sich das Pfui eher auf Schmitz bezieht. Allerdings ist er auf seiner Seite defensiv oft alleine, weil der offensive Vordermann ihm nicht wirklich hilft. Da hat Sokratis rechts mehr Unterstützung, obwohl er sie eigentlich nicht braucht. Es kristallisiert sich aber raus, dass beide Verpflichtungen wirklich gut sind. Hier sehe ich Sokratis allerdings noch im Vorteil.

Mertesacker und Wolf: Zwar keine großen Fehler, aber wenn man drei Tore bekommt und bei zweien in der Mitte abgestaubt wird, dann hat die Innenverteidigung nicht funktioniert. Statistisch gesehen hat Mertesacker zwar 88% aller Zweikämpfe gewonnen, aber es wurden trotzdem drei Tore geschluckt. Das kann nicht gut sein.

Fritz: im Mittelfeld gefällt mir Fritze immer und immer besser. Bitte so lassen. Laufstark, einsatzfreudig und jetzt auch torgefährlich verkörpert er im Moment das, was Werder ausmacht.

Über den Rest wurde genug geredet, da halte ich mich raus.

Am kommenden Wochenende dann nach Hoffenheim. Ohne Hochfrequenzmaschine. Da gibt es noch eine Schmach von letzter Saison zu tilgen. Möglich ist es.

Mut wird leider nicht immer belohnt. Dieses Statement passt wunderbar, um das Spiel in Leverkusen zusammen zu fassen. Werder hatte es über 60 Minuten nachhaltig geschafft, Leverkusen einzudämmen und an Torschüssen und -chancen zu hindern. Das ging zwar auf Kosten der eigenen Offensive, aber beim Vizemeister kann ich durchaus verstehen, dass man erst einmal zuschaut.

Und das ist etwas, was die Mannschaft scheinbar gelernt hat und was mir gut gefällt. Durch eine gewisse Sicherheit in der Defensive (bis auf das Gegentor und eine andere Szene war das wirklich schon für mehr als gut) ist die Mannschaft in der Lage auch mal abzuwarten und geduldig auf Räume zu warten. Da Leverkusen ähnlich eingestellt war, entwickelte sich eher eine Partie Rasenschach. Ich habe selten ein Spiel gesehen, was in 45 Minuten nur 2 echte Chancen zustande gebracht hat.

Irgendwie passt es zur Geschichte des Spiels (für mich ein typisches 0:0), dass es durch ein solches Gurkentor entschieden wurde. Dass es für Leverkusen fiel, war doof, aber im Endeffekt nicht komplett unverdient, denn Leverkusen hat zwar auch nicht viel gemacht, war aber durchaus bemühter als Werder.

Und das war vielleicht die Krux des Spiels: es war mehr drin. Als Schaaf erkannt hat, dass mehr drin ist und er entsprechend die Mannschaft mutiger ausgerichtet hat, bekam Leverkusen den Platz für die Chancen. Es ist jetzt die Frage, was passiert wäre, hätte Werder diese defensive Grundausrichtung beibehalten. Aber diese Diskussion ist müssig.

Es ist schön zu sehen, dass die Rekonvaleszenten langsam aber sicher wieder zurück kommen, dass die Neuverpflichtungen auch funktionieren und dass da einiges an Potential auf der Bank und auf dem Platz steht. Jetzt muss das noch weiterhin in Zählbares umgemünzt werden.

Ich bin mit dem Ergebnis unzufrieden, mit dem Spiel aber durchaus einverstanden. Es war ein Glückstor, dass so nicht fallen darf, aber fallen kann. Und auch auf der anderen Seite fallen kann.

Zu den Einzelkritiken:

Wiese war überragend. Hat rausgeholt, was rauszuholen war, war immer da und hat absolute Sicherheit ausgestrahlt. Bester Mann auf dem Platz. Am Gegentor machtlos.

Fritz scheint die Rolle im defensiven Mittelfeld echt zu gefallen. Das möchte ich mal häufiger sehen. Zweikampfstark, lauffreudig, passicher.

Schmitz und Sokratis auf den aussen gefallen mir auch immer besser. Schmitz hat hinten dicht gehalten und Sokratis ist einfach verdammt bissig. Auch wenn er etwas aufpassen muss, um nicht Gelb-König zu werden, das gefällt mir.

Wie auch Prödl. Das erste Spiel nach langer Verletzungspause, direkt gegen Leverkusen, direkt über 90 Minuten und er hat es souverän gelöst und gespielt.

Die Offensive hat komplett nicht stattgefunden. Da braucht man auch nicht einen einzelnen rauspicken. Das war nix.

Am kommenden Wochenende kommt Freiburg. Die sind mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet, stehen also schon massiv unter Druck. Hoffen wir, dass Werder souverän und konsequent spielt, um sich mit drei weiteren Punkten zu belohnen und sofort mal oben mit einreiht. Das Potential ist da

Nachdem ich mir letztens Gedanken über die Torwartposition gemacht habe, will ich mir jetzt mal Gedanken über die Feldspieler in der kommenden Saison machen. Damit ich mir nicht an einem Abend die Finger wund schreibe, teile ich das mal in die einzelnen Mannschaftsteile auf und beginne heute mit der Abwehr.

Verträge über die Saison hinaus haben: Fritz, Mertesacker, Prödl, Naldo, Silvestre, Balogun, wobei ich Balogun eher im defensiven Mittelfeld sehe, aber orientiert an transfermarkt.de werde ich ihn mal als Innenverteidiger betrachten.

Pasanen wird den Verein verlassen, die Verträge von Boenisch, Schmidt und Samuel laufen aus. Boenisch hat man eine Vertragsverlängerung angeboten, ob er aber überhaupt noch mal wieder kommt, steht nicht mal fest. Die Gespräche mit Schmidt stocken scheinbar, anscheinend liegt man vom Gehalt her ziemlich auseinander – ich kann mir aber vorstellen, dass eine Verlängerung aber noch kommt. Ob Samuel überhaupt das Zeug hat, den Kader zu verstärken, kann ich nicht einschätzen. Er hat ja leider bisher noch nicht gespielt (oder nur in einem Testspiel).

Der Vertrag von Merte läuft noch bis 2012 – vom sportlichen her glaube ich schon, dass man sehr gerne mit ihm verlängern möchte, ob eine Verlängerung finanziell machbar (und sinnvoll) ist, weiß ich nicht.

Fangen wir also mit den Spekulationen an:

Wenn man zunächst davon ausgeht, dass Boenisch und Naldo beide zu Beginn der neuen Saison wiederkommen, dann sähe die Viererkette wahrscheinlich wie folgt aus:

Fritz – Naldo – Mertesacker – Silvestre / Boenisch

Sollte Mertesacker den Verein verlassen, würde Prödl die Position übernehmen.

Als Backup hätte man für rechts Schmidt, in der Innenverteidigung Balogun und Boenisch/Silvestre auf links). Prinzipiell eigentlich gar nicht schlecht. Aber wenn man die laufende Saison betrachtet, reicht das nicht.

Aus meiner Sicht müsste auf jeden Fall mindestens ein Innenverteidiger kommen – dies kann ein Samuel sein (so er sich denn bewährt) oder jemand anderes entwicklungsfähiges. Ein gestandener Innenverteidiger ist meiner Meinung nach nur notwendig, wenn Naldo tatsächlich nicht mehr wieder kommt. Mir persönlich würde ein junger, entwicklungsfähiger Spieler reichen, der im optimalem Falle nicht nur Innenverteidiger spielen kann, sondern ein ähnliches Spektrum hat wie Pasanen hatte. Vielleicht kann das ein Schmidt sein?

Wenn also alle wieder kommen, ist es mir eigentlich egal, ob Merte geht oder nicht. In der aktuellen Situation würde ich aus finanzieller Sicht sagen, dass man sein Gehalt sparen, die Ablöse einkassieren und damit den Kader an anderer Stelle verstärken.

Hieße also, wenn man zusammenfasst, sähe die Abwehr in der nächsten Saison wie folgt aus:

- Fritz (sicher)

- Prödl (sicher)

- Naldo (sicher)

- Silvestre (sicher)

- Boenisch (vermutlich)

- Schmidt (vermutlich)

- Samuel (eventuell)

+ neuer Innenverteidiger

+ eventuell neuer, junger Allrounder

Dann passt das schon.

28September

Short memory

borttronic International

Zu Hannover habe ich mich absichtlich nicht geäussert. Und das werde ich auch jetzt nicht machen.

Über das Mainz- und über das Hannoverspiel möchte ich nur eines noch sagen: ich fand es nicht nur erschreckend, wie passiv die Mannschaft war, viel schlimmer fand ich, dass sich das Team insgesamt nur 2 Chancen erspielt hat. Nun ja, ist gelaufen.

Das Hamburg-Spiel habe ich nicht gesehen. Nicht absichtlich, aber ich habe es nicht gesehen. Und Werder hat gewonnen. Vielleicht ein Omen? Ich werde es ausprobieren. Aber noch nicht am Mittwoch.

Womit wir beim Thema sind: morgen geht es gegen Inter. Laut dem Boulevard (ich finde den Artikel nicht mehr) ist Inter klarer Favorit, denn die Statistik spricht klar für die Italiener: 4 Spiele, 1 Sieg, 2 Unentschieden, 1 Niederlage.

Werder hat gegen Inter eigentlich immer gut ausgesehen, man könnte sich eigentlich etwas versprechen. Nun fallen aber direkt wieder Spieler aus: Frings ist verletzt, Pizarro ist wieder verletzt, Fritz ist verletzt.

Mit dem verletzten Naldo fehlen also vier Stammspieler. Nun ist wieder die “zweite Reihe” gefragt. Hoffen wir, dass das Spiel ungefähr so läuft, wie damals gegen Real Madrid, wo die Mannschaft über sich hinaus gewachsen ist.

Ich freu mich drauf und hoffe, dass die Mannschaft am Samstag endlich und endgültig gelernt hat, was man erreichen kann, wenn man läuft und kämpft.

15September

Here we are again

borttronic International

Auftakt in der Champions League, Werder gegen Tottenham. Vor der Partie hieß es, das die beiden Mannschaften um den Platz hinter Inter Mailand kämpfen. Ein Sieg sei Pflicht. Alles richtig.

Wie ist nun das Unentschieden von gestern zu bewerten? Die erste Halbzeit war aus Werder-Sicht grottoid. Unterirdisch, einfach nur schlecht. Die zweite Halbzeit war wieder Werder in bester Manier. Im Endeffekt steht: ein unnötiger 0:2-Rückstand, toll gekämpft und noch das Remis geholt, sogar noch Chancen auf mehr.

Tottenham kann mit dem Remis wahrscheinlich besser leben als Werder, auswärts ist ein Punkt halt immer mehr wert. Nichts desto trotz ist für Werder natürlich nichts verloren, in Tottenham ist sicherlich auch etwas möglich. Ich denke aber, mit Pizarro hätte Werder gewonnen.

Jetzt aber noch mal Meinungen zu einzelnen Punkten/Spielern/Bereichen:

Clemens Fritz

In der ersten Halbzeit unterirdisch schlecht, in der zweiten Halbzeit stark. Ist leider unumstrittener Stammspieler. Auch, wenn er jetzt gut in Form ist, würde ich mir einen neuen Rechtsverteidiger wünschen, der den Wettbewerb um diese Position anfacht.

Innenverteidigung

Pasanen hat ein Eigentor verschuldet, wobei ich mir nicht sicher bin, ob man ihm das wirklich anzukreiden ist – das müsste ich mir mal im TV anschauen. Ansonsten haben die beiden P’s einen ganz ordentlichen Job gemacht.

Mikael Silvestre

Bis auf 2-3 leichte Fehler fand ich ihn souverän. Interessant war, dass Tottenham fast nie über seine Seite angegriffen haben.

Stimmung

Die Stimmung war das, was mich am Meisten enttäuscht hat. Ich hatte gedacht, dass nach dem Jahr Abstinenz eher eine Stimmung herrscht nach dem Motto “So, Champions League, hier sind wir wieder”! Ich hatte auch gehofft, eine Choreographie in diese Richtung zu sehen. Aber Pustekuchen. Erst einmal fand ich es erschreckend, dass tatsächlich die Tageskasse geöffnet war (wann hat es das in der CL jemals gegeben?) und dann gefiel mir diese gewisse Erwartungshaltung nicht. Ich hatte um mich herum das Gefühl, als würden alle erst einmal abwarten wollen, was passiert, bevor wirklich Stimmung gemacht wurde. Erst nach dem 2:1 von Almeida kam dann die typische Werder-Atmosphäre auf. Vorher allerdings leider nicht.

9September

Aus der Not die Tugend

borttronic Bundesliga

Naldo, Mertesacker, Pizarro. Die Ausfälle für Samstag gegen die Bayern. Wenn man das so liest, kann einem an sich nur schlecht werden. Der Torgarant und die etatmäßige Innenverteidigung ist nicht einsatzbereit.

Was passiert also?

Ich denke, die Viererkette könnte so aussehen: Fritz, Prödl, Pasanen, Silvestre. Wobei Silvestre und Pasanen die Positionen tauschen können und sicherlich auch werden – je nach Bedarf. Alternativ könnte Schaaf auch Pasanen durch Boenisch ersetzen. Dann würde Silvestre nach innen rutschen. Halte ich aber in der aktuellen Situation für die schlechtere Variante.

Das Mittelfeld und der Sturm ist Puzzle, wie Johan vom Werder-Fussball-Blog treffend schreibt. Da kommt es wirklich darauf an, was Schaaf plant. Ich würde vermuten, dass Bargfrede und Frings die defensiven Positionen besetzen, davor würde ich Marin, Arnautovic und Wesley setzen, direkt hinter dem Stoßstürmer Almeida.

Marin und Arnautovic können sowohl in die Mitte stoßen als auch die Flügel unsicher machen. Also Marin und Arnautovic als Mücken um das Licht Almeida.

Von Wesley erwarte ich mir, dass er die Zentrale besetzen kann und wird. Auch wenn er sicherlich ursprünglich defensiv eingeplant ist, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass er die Qualität hat, das Spiel zu lenken und zu strukturieren.

Da bei Bayern auch noch nicht alles rund läuft, habe ich die Hoffnung, dass die Ausfälle nicht so schwer ins Gewicht fallen. Die Mannschaft ist auf jeden Fall stark genug, um Bayer zu ärgern und auch, um etwas aus München mitzubringen. Und nicht nur Oktoberfestsouvenirs.

Eine besondere Aufgabe kommt dabei auf Silvestre zu. Als ältester und erfahrenster Spieler wird er direkt die Position als Abwehrchef einnehmen müssen und die Viererkette organisieren. Dass er das kann, bezweifel ich nicht. Ich hoffe, dass die Zeit, die er bis jetzt mit der Mannschaft trainiert hat reicht, um ein Grundmaß an Abstimmung zu erreichen und dass er spritzig genug ist.

30August

Von Null auf Voll

borttronic Bundesliga

Sieg gegen Köln. War ja eigentlich zu erwarten. Oder sollte es zumindest. Die besten Geschichten schreibt eh der Boulevard und Kollege Arnautovic hat wieder mal die Munition geliefert.

Aber der Reihe nach. Werder schlägt Köln mit 4:2. Ich hatte nie den Eindruck als könnte Köln aus Bremen etwas mitnehmen, auch wenn sie sich bemüht hatten. Zu sehr konnte man der Bremer Mannschaft anmerken, dass sie wollten, auch wenn sie nicht immer konnten.

Die Aufstellung war nicht sonderlich überraschend. Arnautovic für Wagner und Boenisch für Pasanen waren erwartet worden, besonders, nachdem Almeida und Hunt zwar wieder gesund, aber noch nicht hundertprozentig fit waren.

Wehrmutstropfen gab es insgesamt 3: die beiden Gegentore, die so nicht fallen dürfen und müssen, wenn man etwas konzentrierter zu Werke geht und die Verletzung von Pizarro. Hoffen wir, dass er über die Länderspielpause wieder fit wird.

Soviel zum Spiel.

Nun zum Mittelpunkt der Berichtserstattung. Betitelte besonders die Bild Marko Arnautovic noch vor einer Woche als “Null-Bock-Ösi“, schwenkt sie nach seiner starken Leistung auf einmal um auf den “Voll-Bock-Ösi“. Früher sagte man dazu wohl “die Fahne in den Wind halten”. Aber sowas kennt man ja. Witzig finde ich, dass die Bild selber schreibt, dass Arnautovic “vom Boulevard” schon als Null-Bock-Spieler bezeichnet wurde. Das waren wohl sie selber. Gewollte, feinsinnige Ironie, eine versteckte Entschuldigung oder falsche Selbstwahrnehmung? Ich weiß es nicht. Leider finde ich den Artikel nicht mehr mit dem Zitat.

Auf jeden Fall Arnautovic: starkes Spiel am Samstag. Sowas kann er gerne häufiger anbieten (um im Schaaf’schen Sprachgebrauch zu wildern). Dass er jetzt abhebt, glaube ich nicht, dafür gibt es genügend erdende Elementen mit Namen Schaaf, Allofs und Frings. Die werden schon dafür sorgen, dass er sich auf das konzentriert, was er kann. Und dass er was kann, hat man am Samstag gesehen.

Wobei – was mir etwas zu kurz kommt – die Tore beide toll waren, aber viel schöner fand ich beide Vorlagen. Einmal Pizza, der per Rückzieher “no-look” den Ball in die Mitte gebracht hat und auch Fritz mit seinem tollen Zuspiel und dem vorherigen Dribbling.

A propos Fritz: so langsam aber sicher habe ich das Gefühl, dass er nicht nur wieder zu seiner alten Form gefunden hat, sondern, dass er sich für die Saison auch etwas vorgenommen hat. So offensivstark wie im Moment habe ich Fritz schon ewig (oder besser: noch nie) gesehen.

Und auch Boenisch hat mir am Samstag gefallen. Köln war zwar jetzt offensiv nicht unbedingt zwingend und fordernd, aber ich hatte bei Boenisch nie das schlimme Gefühl, dass über seine Seite etwas passieren konnte. Dazu hat er sich auch mal getraut, abzuziehen. Das macht er noch viel zu selten.

Der langen Rede kurzer Sinn: das Spiel wird nicht als Highlight in die Annalen eingehen, es geht aber aufwärts, der Fehlstart ist erst einmal abgewendet und Arnautovic scheint die richtige Verpflichtung gewesen zu sein.

Jetzt erst mal Länderspielpause, danach geht’s gegen die Bayern – ohne Robben.