Sieg gegen Köln. War ja eigentlich zu erwarten. Oder sollte es zumindest. Die besten Geschichten schreibt eh der Boulevard und Kollege Arnautovic hat wieder mal die Munition geliefert.
Aber der Reihe nach. Werder schlägt Köln mit 4:2. Ich hatte nie den Eindruck als könnte Köln aus Bremen etwas mitnehmen, auch wenn sie sich bemüht hatten. Zu sehr konnte man der Bremer Mannschaft anmerken, dass sie wollten, auch wenn sie nicht immer konnten.
Die Aufstellung war nicht sonderlich überraschend. Arnautovic für Wagner und Boenisch für Pasanen waren erwartet worden, besonders, nachdem Almeida und Hunt zwar wieder gesund, aber noch nicht hundertprozentig fit waren.
Wehrmutstropfen gab es insgesamt 3: die beiden Gegentore, die so nicht fallen dürfen und müssen, wenn man etwas konzentrierter zu Werke geht und die Verletzung von Pizarro. Hoffen wir, dass er über die Länderspielpause wieder fit wird.
Soviel zum Spiel.
Nun zum Mittelpunkt der Berichtserstattung. Betitelte besonders die Bild Marko Arnautovic noch vor einer Woche als “Null-Bock-Ösi“, schwenkt sie nach seiner starken Leistung auf einmal um auf den “Voll-Bock-Ösi“. Früher sagte man dazu wohl “die Fahne in den Wind halten”. Aber sowas kennt man ja. Witzig finde ich, dass die Bild selber schreibt, dass Arnautovic “vom Boulevard” schon als Null-Bock-Spieler bezeichnet wurde. Das waren wohl sie selber. Gewollte, feinsinnige Ironie, eine versteckte Entschuldigung oder falsche Selbstwahrnehmung? Ich weiß es nicht. Leider finde ich den Artikel nicht mehr mit dem Zitat.
Auf jeden Fall Arnautovic: starkes Spiel am Samstag. Sowas kann er gerne häufiger anbieten (um im Schaaf’schen Sprachgebrauch zu wildern). Dass er jetzt abhebt, glaube ich nicht, dafür gibt es genügend erdende Elementen mit Namen Schaaf, Allofs und Frings. Die werden schon dafür sorgen, dass er sich auf das konzentriert, was er kann. Und dass er was kann, hat man am Samstag gesehen.
Wobei – was mir etwas zu kurz kommt – die Tore beide toll waren, aber viel schöner fand ich beide Vorlagen. Einmal Pizza, der per Rückzieher “no-look” den Ball in die Mitte gebracht hat und auch Fritz mit seinem tollen Zuspiel und dem vorherigen Dribbling.
A propos Fritz: so langsam aber sicher habe ich das Gefühl, dass er nicht nur wieder zu seiner alten Form gefunden hat, sondern, dass er sich für die Saison auch etwas vorgenommen hat. So offensivstark wie im Moment habe ich Fritz schon ewig (oder besser: noch nie) gesehen.
Und auch Boenisch hat mir am Samstag gefallen. Köln war zwar jetzt offensiv nicht unbedingt zwingend und fordernd, aber ich hatte bei Boenisch nie das schlimme Gefühl, dass über seine Seite etwas passieren konnte. Dazu hat er sich auch mal getraut, abzuziehen. Das macht er noch viel zu selten.
Der langen Rede kurzer Sinn: das Spiel wird nicht als Highlight in die Annalen eingehen, es geht aber aufwärts, der Fehlstart ist erst einmal abgewendet und Arnautovic scheint die richtige Verpflichtung gewesen zu sein.
Jetzt erst mal Länderspielpause, danach geht’s gegen die Bayern – ohne Robben.