9September

Aufgedeckt

borttronic Bundesliga » Sonstiger Fussball

Ich bin mal fremd gegangen und habe beim blogundweiss einen schönen Artikel zum Thema Magath gefunden. Kann ich jedem nur empfehlen, besonders diversen Bundesliga-Verantwortlichen, welche überlegen, einen Magath zu verpflichten.

Auch Tobias sieht Parallelen zwischen Markus Miller und Patrick Helmes:

Das Verhalten von Magath wirkt antiquiert und auch gefährlich. Während man in Hannover psychisch labile Spieler jegliche Unterstützung entgegen bringt, scheint Magath das genaue Gegenteil zu praktizieren: Wie sich Patrick Helmes fühlt, nachdem er völlig zu Unrecht auf das Abstellgleis manövriert wurde, danach fragt niemand. Dass Helmes möglicherweise bis zur Winterpause kein Spiel mehr macht und somit faktisch seinem Beruf nicht mehr in adäquater Weise ausüben kann, wird in Fußballdeutschland normalerweise mit dem Gehalt Argument abgetan: Helmes kassiert ein fürstliches Gehalt. Und nun, ohne etwas dafür tun zu müssen. Der soll doch froh darüber sein. Ich bin mir sicher, dass dem nicht so ist. Magath interessieren solche Belanglosigkeiten wie  Wohlbefinden, Spaß an der Arbeit oder ein sozial angemessener Umgang zwischen Erwachsenen anscheinend nicht. Er sieht lediglich eine schlechte Welt, in der nur harte Arbeit und immenser Druck von oben zum Erfolg führt. Mehr gibt es für ihn nicht. Business as Magath.

Den kompletten – sehr lesenswerten – Artikel hier.

8September

Gras oder kein Gras?

borttronic Sonstiger Fussball

Bei “Der Westen” habe ich einen Kommentar über Wiese und das “Torwartspiel der alten Schule” gefunden.

Darin wird kommentiert, dass dort, wo Wiese hintritt, kein Gras mehr wächst. Das ist nicht nur ein schönes Wortspiel, das bezieht sich hauptsächlich darauf, dass Wiese wie irre aus seinem Tor kommt, um eine Chance zu vereiteln. Der Autor nennt es schlicht “Torwartspiel der alten Schule”. Es mag sein, dass diese doch meist etwas ungestüme herauslaufen als überholt gelten mag – und dass Wiese im Polenspiel auch nicht zwangsläufig hätte rauslaufen müssen, aber:

Ob altes oder neues Torwartspiel, die erste Aufgabe eines Torhüters ist es, Tore zu verhindern. Und das auf jede erdenkliche Art und Weise. Ob früher oder jetzt, es gibt Torhüter, die können es besser, es gibt Torhüter, die können es schlechter.

Ein Manuel Neuer ist vielleicht gut in der Strafraumbeherrschung und der Junge hat auch gute Reflexe und ein gutes Fussballspiel. Was er aber überhaupt nicht kann, ist rauslaufen, den Winkel in der Mitte des Strafraumes klein machen. Das, was der Autor gemeinhin als “alte Schule” bezeichnet. Etwas, was einen Wiese und einen Weidenfeller auszeichnen. Sich auch mal Respekt verschaffen, in dem man rausläuft und reingrätscht.

Das hat was mit Selbstvertrauen zu tun: ich gehe da jetzt rein, bekomme den Ball und gut ist.

Der Autor Reinhard Schüssler schreibt, dass man über die Wieses und Weidenfellers ruhig Gras wachsen lassen kann – und dass, damit die Nationalmannschaft Titel gewinnen wird, man auf diese Art Torhüter ruhig verzichten kann.

Ich sehe das wie Otto Rehhagel, der mal meinte: es gibt keine alten oder jungen Spieler, es gibt nur gute oder schlechte. Und so ist das auch mit den Torhütern: im Endeffekt zählt nicht, ob “alte Schule” oder “moderner Torhüter”. Am Ende des Tages wird der Torhüter nach dem bewertet, was er machen muss: Tore verhindern und keine Fehler machen.

31August

Erst mal zu Penny

borttronic Sonstiger Fussball

Ich bin absolut kein Magath-Freund – ganz im Gegenteil. Und ich finde es bisher erstaunlich, wie er sich am letzten Tag der Transferperiode zurück hält. Hier habe ich übrigens einen sehr schönen Artikel in der SZ gefunden, welcher sich ein wenig mit der Einkaufspolitik eines Herrn Magaths auseinander setzt.

Er negiert den Jugendwahn, setzt lieber auf altgediente “Recken” und verschmäht die A-Jugendmeister vom VfL Wolfsburg (wahrscheinlich wird Werder dort Nutznießer sein). Es zeigt sich: mit Magath ist Nachhaltigkeit nicht zu schaffen.

Den ganzen Artikel gibt es hier. Absolut empfehlenswert!

Nur noch 5 Tage, dann ist der Transfermarkt wieder geschlossen. Der Countdown läuft also wieder.

Im Gegensatz zu den letzten Transferperioden ist Werder mittlerweile gut aufgestellt, so dass im Kader wohl wenig Bewegung sein wird.

Im Moment gibt es nur ein wirkliches Gerücht, dass Wagner in Verbindung mit Frankfurt gebracht wird. Ansonsten sieht es ruhig bei den Grün-Weißen.

Die anderen Verkaufskandidaten Mertesacker, Arnautovic, Marin und Wiese haben sich klar zu Werder bekannt, dass da noch etwas passiert, kann ich mir Stand heute nicht mehr vorstellen.

Bleiben noch Marko Futacs und Liam Boyce, die wohl noch gehen dürfen oder sollen. Aber ob sich da noch kurzfristig jemand findet? Ich wage es zu bezweifeln.

Was erwartet uns sonst noch? Die Magath-Woche hat angefangen, in Wolfsburg wird sicherlich noch etwas gehen, der eine oder andere CL-Teilnehmer wird vielleicht auch noch mal nachrüsten, Hamburg und Hertha sehe ich auch noch mit Aktivitäten. Aber das wird alles nicht in dem Maße sein, dass es Werder tangiert.

Spannende Tage werden es auf jeden Fall

25August

Heul nicht rum

borttronic News » Sonstiger Fussball

Mir geht so langsam aber sicher der BVB mächtig auf den Nerv. Ich hege ja schon seit einigen Jahren eine Antipathie gegen Trainer Klopp, den ich – im Gegensatz zur breiten Öffentlichkeit – keineswegs so sympathisch und lustig und hihihi und überhaupt finde. Und dass ich eigentlich der Meinung bin, dass man den BVB vor 10 Jahren mit Pauken und Trompeten aus der Liga hätte schmeissen müssen (wie war das noch mal mit Financial Fairplay?), ist auch kein großes Geheimnis.

Aber jetzt gehen mir die Kollegen langsam richtig auf den Sack. Erst spielen sie sich als die Bewahrer der Tradition auf gegenüber Hoffenheim. Tradition? Wer hat denn mit dem Börsengang gleich noch seine Seele verkauft? Wenn einer traditionalistisch veranlagt ist, dann sicher nicht der BVB.

Und jetzt fängt Watzke auch noch an zu jammern, was die Setzliste bei der Champions League angeht. Watzke steht doch so auf Nachhaltigkeit, nur dann, wenn sie ihm nicht zupass kommt, dann muss sie über Bord geschmissen werden.

Lieber Watzke, dass ist eben die Folge keiner Nachhaltigkeit: wer über Jahre erfolgreich spielt, hat auch was davon. Da kann man noch soviel jammern, dass man in Deutschland nicht “durch Zufall” Meister wird (doch wird man, wenn man nicht Bayern ist) und man kann noch soviel jammern, dass die Jahre 2007 und 2008 überhaupt nichts über die aktuelle Leistungsfähigkeit aussagen (nein, aber über langjährige Qualität, die Dortmund eben noch nicht hat).

Warum nimmt der BVB die Auslosung nicht an, wie sie kommt, sondern jammert schon im Vorfeld rum. Alles Weiber!

Also, die Klage von Lehmann gegen Wiese ist abgewiesen worden.

Lehmann hatte Wiese auf 20.000 Euro Schmerzengeld verklagt, nachdem dieser in einem Interview gesagt hatte, der ehemalige Torhüter gehöre auf die Couch oder solle sich einweisen lassen, “am besten in die Geschlossene”. Lehmann sah darin eine schwerwiegende Verletzung seines Persönlichkeitsrechts. Zuvor hatte er Wiese in seiner Funktion als Fernsehexperte für einen angeblichen Fehler im Champions-League-Spiel gegen Tottenham Hotspur im September 2010 kritisiert. (11Freunde)

Alles andere hätte mich auch sehr gewundert. Ich denke, das ist auch besser für Lehmann, denn dann hätten alle die “Gossenjungs”, “manierlosen Leute” und sonstige Beleidigungsopfer von Lehmann ein Referenzurteil bekommen. Und das hätte für den Jensi durchaus ein Bumerang sein können.

Ist so jetzt besser so. Und vielleicht legt er sich doch auf die Couch?

11August

Schurkenstaaten

borttronic Sonstiger Fussball

Jetzt sind sie fast wieder vereint. Die Schurkenstaaten sind zurück in der Bundesliga. Wie ich darauf jetzt komme?

In den 11Freunden wurde Maik Franz mal mit Nordkorea gleich gesetzt (“wäre Maik Franz ein Staat, wäre er Nordkorea”). Soweit ist dem nichts hinzuzufügen. Abgesehen von den eigenen Einwohnern (Mannschaftskameraden, Fans) wird Franz vom Rest der (Fussball-) Welt ungefähr genauso geliebt wie eben Nordkorea.

Aber jetzt sind weitere Schurkenstaaten wieder in der Liga aufgetaucht, für mich Syrien und der Iran. Wer das ist? Wer welches Land genau repräsentiert, ist eigentlich nebensächlich, aber Salihamidzic und Rafinha sind wieder da. Und wären die beiden Länder, wären sie wohl Libyen und der Iran. Beide sind für mich extremst unsympathisch, unbeliebt und dreckig spielend.

Gegen die beiden ist selbst Marc van Bommel (wäre er ein Staat, wäre er wahrscheinlich Saudi-Arabien oder sowas) noch ein absoluter Sympathieträger und Kandidat auf den Friedensnobelpreis.

Ganz ehrlich hoffe ich, dass die Schurkenstaaten schnell wieder aus der Liga verschwinden.

Das ist mal Identifikation mit einem Verein – auch, wenn man ganz woanders spielt:

Die schönste Geschichte des Wochenendes schrieb der Fußball aber in Lecce.

Dort weilte am Sonntag der US Palermo mit seinem Kapitän Fabrizio Miccoli zum Auswärtsspiel. Von Miccoli ist bekannt, dass er seit Kindertagen ein glühender Lecce-Fan ist, auch wenn er noch nie für den Verein gespielt hat. Trotzdem ist Lecce, wenn man so will, die Liebe seines Fußballlebens. Weil das so ist, trägt Miccoli auch keine gewöhnliche Kapitänsbinde, sondern eine mit den Lecce-Farben, Rot und Gelb. Weil das so ist, denkt Miccoli mit 31 Jahren schon an sein Karriereende, natürlich in Lecce. Dort zu spielen, findet er, “wäre wie die Kirsche auf einem großen Eis”.

Weil das so ist, ist Miccoli am Sonntag im Spiel gegen US Lecce in Tränen ausgebrochen. Zuvor hatte er in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit per Freistoß das 1:1 für Palermo erzielt. Es war ein wunderschöner Schuss in den Knick der Torwartecke, direkt vor der Curva Nord. Dort stehen in Lecces Stadio del Mare die Ultras, dort hat bei einigen Heimspielen auch schon Miccoli gestanden und Lecce angefeuert.

Komplett zu lesen auf n-tv

Irgendwie ist mir diese Bus-Metapher jetzt schon zwei Mal kurz hintereinander unter gekommen. Das erste mal bei Dieter Bohlen und DSDS: “DSDS ist kein Linienbus. Wir nehmen nur die guten mit.”

Das zweite Mal bei den 11Freunden, die schreiben, dass Magath kein Bus ist, denn er hat vergessen, die Fans mitzunehmen. Hintergrund war sein Auftritt im aktuellen Sportstudio.

Was ich schlimm finde ist die gewisse Menschenverachtung, die dieser selbstverliebte Mensch an den Tag legt. Da vergleicht er Ali Karimi mit einer Feuerschutzversicherung (“die schließt man ab in der Hoffnung, die niemals zu brauchen”) und verpflichtet Spieler vor dem Hintergrund, sie hoffentlich nie zu brauchen.

Das ist Menschenhandel par excellence. Parallel beschwert sich Magath aber über die Söldnermentalität vieler Profis. Janusköpfiger und heuchlerischer geht es fast gar nicht mehr.

Ich würde mir wünschen, dass Magath in Schalke grandios scheitert oder alternativ, dass der Aufsichtsrat so vernünftig ist, ihn endlich zu schassen und dass er zumindest in Deutschland keine Chance mehr bekommt, seinen Machenschaften nachzugehen.

Jedes Unternehmen, jeder Verein erzählt immer was von Nachhaltigkeit. Schalke hat jetzt die einmalige Chance, für Nachhaltigkeit im deutschen Fussball zu sorgen, in dem man sich von Magath trennt. Und dann würde ich mir die von Hoeness in Bezug auf Demba Ba beschworene und vorgeschlagene Solidarität wünschen, dass alle Profivereine in Deutschland sagen: Magath? Nope, wir wollen Nachhaltigkeit!

7Februar

Weg damit

borttronic Sonstiger Fussball

OK, dass Wolfsburg McClaren beurlaubt, überrascht jetzt nicht direkt, aber der Zeitpunkt und die Vorgeschichte(n) machen die Beurlaubung schon zu einer wilden Sache.

Am Ende der Transferperiode hat sich Dieter Hoeness einen heißen Kampf mit Magath um den Transferkönig geliefert. Ich glaube zwar, dass Magath quantitativ gewonnen hat, aber die Hoeness-Verpflichtungen waren auch nicht von schlechten Eltern. Ob diese nun mit McClaren abgestimmt worden sind oder nicht, aber erst wird für den Trainer alles getan (so sieht es mal aus) und nach einem Spiel wird er geschasst.

Für McClaren tut es mir leid, für Wolfsburg im Gegenteil definitiv nicht. Hoeness ist für mich genauso ein Anti-Nachhaltigkeitsfaktor wie Magath – und genauso wie Magath wünsche ich auch Hoeness, dass er – wie in Berlin – grandios scheitert und dass dann endlich mal Vernunft einkehrt. Obwohl das in Wolfsburg wahrscheinlich durch die VW-Millionen gar nicht so einfach ist. Die sollten sich einfach mal in Leverkusen umschauen. Die haben es geschafft, wenigstens etwas von ihrem Plastikimage abzustreifen.