Auftakt in der Champions League, Werder gegen Tottenham. Vor der Partie hieß es, das die beiden Mannschaften um den Platz hinter Inter Mailand kämpfen. Ein Sieg sei Pflicht. Alles richtig.
Wie ist nun das Unentschieden von gestern zu bewerten? Die erste Halbzeit war aus Werder-Sicht grottoid. Unterirdisch, einfach nur schlecht. Die zweite Halbzeit war wieder Werder in bester Manier. Im Endeffekt steht: ein unnötiger 0:2-Rückstand, toll gekämpft und noch das Remis geholt, sogar noch Chancen auf mehr.
Tottenham kann mit dem Remis wahrscheinlich besser leben als Werder, auswärts ist ein Punkt halt immer mehr wert. Nichts desto trotz ist für Werder natürlich nichts verloren, in Tottenham ist sicherlich auch etwas möglich. Ich denke aber, mit Pizarro hätte Werder gewonnen.
Jetzt aber noch mal Meinungen zu einzelnen Punkten/Spielern/Bereichen:
Clemens Fritz
In der ersten Halbzeit unterirdisch schlecht, in der zweiten Halbzeit stark. Ist leider unumstrittener Stammspieler. Auch, wenn er jetzt gut in Form ist, würde ich mir einen neuen Rechtsverteidiger wünschen, der den Wettbewerb um diese Position anfacht.
Innenverteidigung
Pasanen hat ein Eigentor verschuldet, wobei ich mir nicht sicher bin, ob man ihm das wirklich anzukreiden ist – das müsste ich mir mal im TV anschauen. Ansonsten haben die beiden P’s einen ganz ordentlichen Job gemacht.
Mikael Silvestre
Bis auf 2-3 leichte Fehler fand ich ihn souverän. Interessant war, dass Tottenham fast nie über seine Seite angegriffen haben.
Stimmung
Die Stimmung war das, was mich am Meisten enttäuscht hat. Ich hatte gedacht, dass nach dem Jahr Abstinenz eher eine Stimmung herrscht nach dem Motto “So, Champions League, hier sind wir wieder”! Ich hatte auch gehofft, eine Choreographie in diese Richtung zu sehen. Aber Pustekuchen. Erst einmal fand ich es erschreckend, dass tatsächlich die Tageskasse geöffnet war (wann hat es das in der CL jemals gegeben?) und dann gefiel mir diese gewisse Erwartungshaltung nicht. Ich hatte um mich herum das Gefühl, als würden alle erst einmal abwarten wollen, was passiert, bevor wirklich Stimmung gemacht wurde. Erst nach dem 2:1 von Almeida kam dann die typische Werder-Atmosphäre auf. Vorher allerdings leider nicht.