Ich habe einen Artikel bei Sport1 gefunden, wo auf das UEFA-Cup-Spiel Werder - Lyon 1999 erinnert wird. Im Hinspiel gab es eine derbe 0:3-Klatsche, im Rückspiel drehte Werder dann auf und gewann mit 4:0 und zog damit in die nächste Runde ein.
Ich kann mich noch dunkel an das Spiel erinnern, dass Werder in der Defensive Mann gegen Mann gespielt hat - und das war durchaus wörtlich zu nehmen. Baumann und Cesar haben hinten die Stürmer abgeschirmt, davor waren Trares und Eilts, der Rest war auf pure Offensive ausgerichtet. Daran kann ich mich noch erinnern. Und ich kann mich an das 4:0 erinnern, als PizzaToni geliefert haben. Und daran, dass ich vor dem Fernseher auf dem Teppich kniete und einfach nur ungläubig den Kopf geschüttelt habe.
Und ich kann mich daran erinnern, dass die Franzosen bei der abschließenden Ehrenrunde von Werder an der Außenlinie standen und applaudiert haben - das war das für mich eigentlich bemerkenswerte an dem Abend.
Fällt mir erst jetzt auf, dass ja nächste Woche Länderspielpause ist und ganz ehrlich? Ich bin froh darüber. Denn immerhin steht der schönste Tag meines Lebens (bislang) auf dem Plan, es wird geheiratet. Da ist mir egal, was Deutschland macht, aber ich muss ehrlich sagen: würde Werder Samstag spielen, hätte ich keine ruhige Minute in der Kirche - ich würde wahrscheinlich permanent zwischenfragen, wie es denn steht…
Und so, wie ich mein Glück kennen würde, würde Werder auch noch verlieren. Wäre nicht das erste Mal an einem besonderen Tag.
Ich führe gerade eine Diskussion mit Spirit, ob Fanschaft und Fussball eine lebenslange Droge ist oder ob dies endlich ist.
Nicht, dass mich Fussball und Werder nicht interessieren - ganz im Gegenteil - aber ich habe für mich selber einen Endtermin gesetzt: an dem Tag, an dem Werder Meister wird und gleichzeitig der HSV absteigt, werde ich aufhören, mich für Fussball zu interessieren, weil ich genau weiß, dass es für einen Werder-Fan kaum etwas schöneres geben kann und ich der Meinung bin, dass man dann aufhören soll, wenn es am schönsten ist.
Spirit hingegen sagt, dass Fussball eine Droge ist, die lebenslang abhängig macht und man eben nicht mehr “aufhören” kann.
Wer kennt ihn nicht, den guten, alten Schabba. Nie gehört? Dann flugs in die Wynton-Rufer-Kolummne bei den 11Freunden geschaut, da wird alles erklärt.
Es stehen mal wieder richtig schöne Sachen drin.
Damals war meine Beziehung zu Thomas Schaaf ein wenig angespannt. Wir waren recht verschieden, hatten eine andere Mentalität. Ich war der Typ Superstar, dem alles zufiel, den alle mochten, etwas ausgeflippt und auch einer der Lieblingsspieler des Trainers. Thomas dagegen war ein Kämpfer, er musste sich alle Erfolge hart erarbeiten. Er war sehr solide, sehr anständig, selbst bei den Titelfeiern blieb Thomas immer ruhig und cool. Das führte vor allem anfangs zu Reibungen, auch mit anderen Spielern. Das war für die ruhigen norddeutschen Spieler im Team nicht leicht, als da plötzlich so ein verrückter Neuseeländer auftauchte. Heute verstehen wir uns aber sehr gut, wir sehen uns oft, wenn ich in Deutschland bin. Verändert hat Thomas sich nicht, er ist noch immer ein supernetter und ruhiger Typ.
(…)
Ich denke Thomas Schaaf wird noch lange bei Werder bleiben. In den letzten Jahren hat er bewiesen, dass auch wichtige Spieler wie Micoud oder Ismael immer wieder ersetzt werden können, häufig mit Spielern, die zuvor niemand kannte. Sollte Schaaf einmal Bremen verlassen, wird das bei Werder ähnliche Probleme auslösen, wie damals, als Otto Rehagel ging. Da hatten sie lange Zeit Schwierigkeiten, einen guten Nachfolger zu finden.
Es ist sensationell, was Thomas leistet. Er hat für Bremen die gleiche Bedeutung, wie Alex Ferguson für Manchester United.
Eine bessere Hommage gibt es wohl kaum an Thomas “Schabba” Schaaf.
Ivan Klasnic und Ailton nach der Meisterschaft 2004. Deshalb hier noch mal die Videos, die aufzufinden waren:
Zu Ailton habe ich das Video leider auf youtube nicht gefunden, deshalb hier der Auszug von den Freunden:
Werder 2004, die Zweite: Im DFB-Pokalfinale gegen Alemannia Aachen machten die Werderaner das Double perfekt. Obendrein wurde Werders brasilianischer Kugelblitz Ailton mit 28 Treffern Torschützenkönig. Bei dieser Fülle an Erfolgserlebnissen wundert es nicht, dass der stämmige Stürmer aus Paraiba besonders ausgelassen feierte. Bei seinem Nackttanz mit dem Werder-Team im Entmüdungsbecken ließ sich der Brasilianer auch nicht von einem anwesenden Kamerateam stören und schuf so ein durchaus amüsantes Zeitzeugnis.
Und schon wieder etwas von den 11Freunden, diesmal ein paar Tage älter, aber nicht minder interessant. Ein schöner Artikel über Knochenbrecher, Exzentriker und anderer “Spassvögel” aus dem Weltfussball.
Besonders schön die Anekdote über Uli Borowka, der den jungen Olaf Thon mit folgenden Worten in der Bundesliga begrüßte: “Ich brech’ dir gleich beide Beine”
Im geld-kompakt-Blog habe ich eine schöne Tabelle gefunden, wo Werder tatsächlich mal ganz oben steht. Ausgewertet wurde der Dauerkartenpreis in Verhältnis zu den geschossenen Heimtoren. 9,50 Euro / Tor ist eigentlich ganz in Ordnung und ein guter Kurs.
1. Werder Bremen - 410 Euro / 43 Tore = 9,53 Euro pro Tor
2. VFL Wolfsburg - 500 Euro / 51 Tore = 9,80 Euro pro Tor
3. FC Bayern München - 600 Euro / 45 Tore = 13,33 Euro pro Tor
4. Bayer 04 Leverkusen - 440 Euro / 31 Tore = 14,19 Euro pro Tor
5. Hannover 96 - 515 Euro / 31 Tore = 16,61 Euro pro Tor
6. 1899 Hoffenheim - 535 Euro / 30 Tore = 17,83 Euro pro Tor
7. VfB Stuttgart - 606,90 Euro / 34 Tore = 17,85 Euro pro Tor
8. Energie Cottbus - 364 Euro / 19 Tore = 19,16 Euro pro Tor
9. Hertha BSC Berlin - 569 Euro / 29 Tore = 19, 62 Euro pro Tor
10. VFL Bochum - 525 Euro / 23 Tore = 22,82 Euro pro Tor
11. Borussia Mönchengladbach - 560 Euro / 23 Tore = 23,34 Euro pro Tor
12. Borussia Dortmund - 819,50 Euro / 34 Tore = 24,10 Euro pro Tor
13. Hamburger SV - 727,70 Euro / 27 Tore = 26,95 Euro pro Tor
14. Eintracht Frankfurt - 764 Euro / 26 Tore = 29,38 Euro pro Tor
15. Karlsruhe SC - 600 Euro / 18 Tore = 33,33 Euro pro Tor
16. Schalke 04 - 901 Euro / 26 Tore = 34,65 Euro pro Tor
17. Arminia Bielefeld - 670 Euro / 16 Tore = 41,87 Euro pro Tor 18. 1. FC Köln - 640 Euro / 14 Tore = 45,71 Euro pro Tor
Hab zwar keine Karte für das aktuelle Pokalfinale bekommen, aber ich habe ja schon mal ein Pokalfinale mitgemacht - und zwar 2000 gegen Bayern München, die Neuauflage von ‘99. Ich glaube, es war schon alleine daher ein besonderes Finale, weil es das erste mal war, dass die gleichen Mannschaften zweimal hintereinander im Finale standen.
Über Uwe Jahn habe ich damals eine Karte zu einem Spottpreis bekommen, es gab das Wochenend-Ticket von der Bahn, also bin ich am Finaltag um 5 Uhr morgens zum Hauptbahnhof nach Siegen gefahren, im Rucksack eine Palette Beck’sDosen (damals noch ohne Pfand) und über die Dörfer nach Berlin - und das mit 7 Mal umsteigen oder sowas in der Art. Anfangs war ich noch der einzige Fahrgast mit Trikot, Schal und dem Fahrtziel Berlin (Bier hatten die anderen auch), aber je weiter man gen Osten fuhr, desto bunter wurden die Züge, bis sich schließlich ganz klar die grün-weißen Waggons von den rot-weißen Waggons abgrenzten und die gestressten Zivilreisenden schmollend zwischen den Wagen aufhalten mussten.