7September

I had a dream

borttronic Geschichten und Anekdoten

Ich habe letzte Nacht von Werder geträumt. Das passiert manchmal etwas häufiger, aber der Traum war so abgefahren, den muss ich einfach niederschreiben.

Ich habe geträumt, dass Werder in der Qualifikation zur Euro League steht und ein Auswärtsspiel hat. Irgendwo in der weißrussischen Provinz. Keine Ahnung wo. Aber in Weißrussland. Auf jeden Fall bin ich mit Stefan dort hin gefahren. (Ich fahre schon mal häufiger mit Stefan zu Werderspielen). Oder besser geflogen. Ein Stadion in diesem Sinne gab es nicht, denn die Weißrussen haben auf einem Ascheplatz gespielt. Es gab auch nur eine Tribüne – für die Heimfans. Aber es gab eine Stadionkneipe, die direkt am Spielfeldrand stand. Dort mussten die wenigen mitgereisten Werderfans hin, um das Spiel zu schauen.

Für die Einheimischen gab es auch keine Eintrittskarten – jeder hatte da seinen angestammten Platz. Damit aber alles seine Ordnung hatte, gab es für uns Gästefans Eintrittskarten. Diese waren allerdings recycled. Es handelte sich um Eintrittskarten von der letzten KiK-Weihnachtsfeier.

In der Stadionkneipe wurden Stefan und wir von den Einheimischen eingeladen. Mir hat man das preiswerte, sehr leckere einheimische Bier kredenzt, Stefan wurde das teurer, importierte und ekelhafte Warsteiner untergejubelt. Die Folgen sind FSK18, die haben hier nix zu suchen.

Irgendwann fing das Spiel an, Werder war zwar besser, schaffte es allerdings nicht, auf dem Geläuf Tore zu erzielen. Hunt und Arnautovic schoben die Bälle am leeren Tor vorbei, es ging gar nichts. Im Gegenzug erzielten die Weißrussen zwei Tore und gewannen schließlich glücklich mit 2:0. Zwischendurch ging Stefan in den ersten Stock der Stadionkneipe, ich blieb im Erdgeschoss und wir intonierten den Werder-Bremen-Wechselgesang. Leider waren nur 10 Fans mitgereist, deshalb war das nicht so ergebnisreich.

Nach dem Spiel haben wir festgestellt, dass unser Flug nach Hause gestrichen wurde, so dass wir mit einem alten, klapprigen Russenbus wieder nach Hause fahren. Dann bin ich aufgewacht.

Ich habe einen neuen Verein. Nein, eigentlich nicht. Mein Herz wird immer grün-weiß schlagen. Aber durch meinen baldigen Umzug werde ich einem neuen Verein meine Sympathien entgegen bringen wollen. Dem SC Kapellen/Erft 1911 (feiern dieses Jahr großes Jubiläum mit Kuhfladenlotto, Antonia, Testspiel zwischen Gladbach und Duisburg). Der SC Kapellen/Erft 1911 (in Folge der Einfachheit halber nur SC Kapellen genannt) spielt in der Niederrheinliga und da mit solchen Schwergewichten wie dem SV Hönnepel-Niedermörmter, TuS Bösinghoven, dem TV Jahn Hiesfeld oder der Ratinger Spvg Germania 04/19.

Da ich bald in der Nähe des Erftstadions wohnen werde, habe ich mir vorgenommen, regelmäßig zu den Heimspielen zu gehen. Die spielen meistens sonntags, also ist das eigentlich eine ganz gute Idee. Finde ich. Endlich kann ich dann mal relativ emotionslos und entspannt ein Fussballspiel schauen. Und eine Stadionwurst gibt es bestimmt auch.

Ich muss mich allerdings an etwas gewöhnen. Zum Einen die Farben. Schwarz-gelb finde ich schon ziemlich schräg und das gefällt mir auch nicht wirklich. Und dann der Partnerverein – es wundert nicht, dass sie Partnerverein von Borussia Mönchengladbach sind, das kann man in dieser Gegend nicht vermeiden. Gut finde ich das allerdings nicht.

Am kommenden Sonntag wollte ich mich im Erftstadion vorstellen (“Hallo, ich bin der Neue, ich werde jetzt häufiger da sein”), dann spielt der aktuelle Siebte (Kapellen) gegen den Achten (TuS Bösinghoven). Ich werde mir dann eine Stadionwurst gönnen, werde auf der Tribüne sitzen (ja, das muss sein) und werde mir das Spiel anschauen.

Ich mache dann den Selbstversuch: wie lange dauert es, bis ich mir das erste Mal überlege, einen Schal zu kaufen. Wie lange dauert es, bis ich Sonntags nach einem Auswärtsspiel die Videotext-Seite aufrufe, um das Ergebnis zu erfahren? Wie lange dauert es, bis ich mir überlege, einem Fanclub beizutreten oder einen zu gründen?

Irgendwie freue ich mich schon auf die Zeitrechnung. Auf jeden Fall werde ich eine neue Kategorie in diesem Blog einrichten (SC Kapellen) und werde das eine oder andere interessante sicherlich auch hier mal posten.

Bloss habe ich noch keinen Fangesang gefunden, den man singt…

Jaja, jeder aus dem Werder-Umfeld kennt das Foto und die Geschichte, die dahinter steckt, dass Wesley nach seinem Tor mit der Kamera und so weiter und so fort. Ich will das auch nicht weiter stressen. Bloss wird dieses Foto wohl in keinem Rückblick fehlen und deshalb veröffentliche ich es schon mal hier, dann brauche ich nächstes Jahr im Mai nicht mehr zu suchen. Ausserdem ist das echt cool. Das mit Wesley, dem Arnautovic, der Kamera, dem Jubel und so weiter und so fort.

Nu’ ist er wieder da. Nach gefühlten Jahrtausenden, Myriaden, Zeitaltern (in Wirklichkeit vielzitierte 458 Tage) hat er gestern das erste mal in einem Testspiel vor einen Ball getreten: Naldo. (Oder wie man früher im Eishockey-Umfeld gesagt hätte: er ist kein Mensch, er ist kein Tier, er trägt bei Werder die Nummer vier).

Ich freue mich, dass der sympathische Schlacks seine Verletzung überwunden hat und wieder dabei ist. Aber ich will jetzt nicht in den Chor derer einfallen, die ihn schon jetzt wieder als Hoffnungs- und (Defensiv-)Würdenträger sehen. Testspiel ist immer noch was anderes als Bundesliga.

Aber ich glaube schon, dass er zumindest eine Halbzeit in den Beinen hätte und ich würde mich sehr freuen, wenn ihn Schaaf am Samstag gegen Freiburg meinetwegen in der 70. Minute (bei einem entsprechenden Spielstand) einwechseln würde. Das hat sich Naldo, das haben sich aber auch die Fans verdient.

Jetzt, wo allerdings die vollständige Wiederherstellung von Naldo in greifbare Nähe gerückt ist, hat Werder auf einmal fast schon ein Überangebot an Innenverteidigern. Da ja immer mal wieder über einen Abgang von Mertesacker spekuliert wird, bin ich mittlerweile der festen Überzeugung, dass man ihn jetzt noch innerhalb der nächsten 14 Tage abgeben wird. Sorgen mache ich mir jetzt nicht mehr.

Auf jeden Fall: schön, dass Du wieder da bist, Naldo.

Nicht direkt “Werder”, aber doch sehr grün-weiß sind diese schönen Gedanken, die ich jedem ans Herz legen möchte!

In Bremen. Im Starbucks. Earl Grey. Chai Latte. Kaffeeduft. Nordischer Dialekt. Lange Üs. Nech?‘s. Eine wunderschöne Altstadt. Und an den Wänden steht lauthals SVW. Ich höre die Trommeln. Und summe im Takt. Dort hinten die Flutlichtmasten. Fanshops. Überall und alles grünweiß. Und die Werderrauten auf den Pullovern. Auf den Taschen. An den Wänden. Auf den Fahnen unter dem Glasdach schon, im Bahnhof. Und die Menschen in den schönsten Schals. Das Stadion. Die Legende. Die Legenden. Leben hier. Und rennen dort. Und grüßen von den Plakatwänden. Wo die Weser ist und wartet und fließt und einen Bogen macht und sich teilt und zurückkehrt…

Lest es komplett hier bei Anna

8April

Memories

borttronic Geschichten und Anekdoten

Wow, sechseinhalb Minuten pure Gänsehaut und Wasser in den Augen. Wunderschön gemacht…

Sind ja wieder Derbywochen – letztes Wochenende Hannover, jetzt am kommenden Wochenende der andere HSV. Erinnert mich – nicht verwunderlich – an die HSV-Wochen vor zwei Jahren. Bloss waren damals die Vorzeichen anders. Vor zwei Jahren kämpfte Werder um den Einzug ins Pokalfinale, um den Einzug ins UEFA-Cup-Finale und um die Qualifikation zur Champions League. Worum es heute geht, braucht man wohl nicht noch mal explizit zu erwähnen.

Nichts desto trotz ist das Spiel am Samstag essentiell wichtig. Mit einem Auswärtssieg könnte man sich Luft verschaffen, man könnte dem HSV wieder einen Rückschlag verpassen und ein solcher Sieg wäre dann vielleicht tatsächlich ein Wendepunkt?

Ziemlich viele “wenns”, “hätte” und “könnte”, aber “impossible is nothing”.  Zur Einstimmung aber auf jeden Fall hier noch mal die Zusammenfassung der HSV-Wochen 2009 – vielleicht hilft’s.

Das ist mal Identifikation mit einem Verein – auch, wenn man ganz woanders spielt:

Die schönste Geschichte des Wochenendes schrieb der Fußball aber in Lecce.

Dort weilte am Sonntag der US Palermo mit seinem Kapitän Fabrizio Miccoli zum Auswärtsspiel. Von Miccoli ist bekannt, dass er seit Kindertagen ein glühender Lecce-Fan ist, auch wenn er noch nie für den Verein gespielt hat. Trotzdem ist Lecce, wenn man so will, die Liebe seines Fußballlebens. Weil das so ist, trägt Miccoli auch keine gewöhnliche Kapitänsbinde, sondern eine mit den Lecce-Farben, Rot und Gelb. Weil das so ist, denkt Miccoli mit 31 Jahren schon an sein Karriereende, natürlich in Lecce. Dort zu spielen, findet er, “wäre wie die Kirsche auf einem großen Eis”.

Weil das so ist, ist Miccoli am Sonntag im Spiel gegen US Lecce in Tränen ausgebrochen. Zuvor hatte er in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit per Freistoß das 1:1 für Palermo erzielt. Es war ein wunderschöner Schuss in den Knick der Torwartecke, direkt vor der Curva Nord. Dort stehen in Lecces Stadio del Mare die Ultras, dort hat bei einigen Heimspielen auch schon Miccoli gestanden und Lecce angefeuert.

Komplett zu lesen auf n-tv

Die Werder-Spiele geben ja im Moment nicht wirklich Anlass, dass man viele Worte über sie verliert. Und darüber hinaus gibt es hier im Blog eine Rubrik “Geschichten und Anekdoten”, die ziemlich brach liegt.

Das will ich ändern. Ich habe mir vorgenommen, zu jedem kommenden Spiel eine Geschichte preis zu geben, die ich mit dem Gegner assoziiere – bzw. mit Werder-Spielen gegen diesen Gegner. Mal schauen, wie gut das klappt.

Als Einleitung dies:

ich schimpfe mich seit der Zweitligasaison Werderfan. Über das Wochenende habe ich mal überlegt, woran meine ersten, wirklich konkreten Erinnerungen an Werder hängen oder besser, an welches Spiel ich mich konkret erinnern kann. Das erste Spiel in Solingen habe ich noch leidlich im Kopf – wobei bei mir eher hängen geblieben ist, dass ich mich die ganze Zeit gefragt habe, ab wann man den Kommentator hören kann. Vom Spiel selber weiß ich heute nicht mehr viel.

Auch aus den Jahren danach ist mir bildlich nicht viel in Erinnerung geblieben. Weder positiv noch negativ. Was aber auch sicherlich daran lag, dass es nicht die Möglichkeit gab, 2-3 Mal die Woche die Spiele vom Wochenende noch mal in voller Länge zu schauen.

Das erste, an was ich mich bildlich und konkret erinnern kann (wenn auch nicht mag) ist ein Foul. Das Foul von Augenthaler an Völler. Da habe ich das erste Mal “Phantomschmerz” gespürt und geahnt, dass ich gerade Zeuge von etwas ganz hinterhältigem und gemeinen geworden bin – auch wenn mir die Folgen damals noch nicht bewusst waren. Nach diesem Foul fangen meine Werder-Erinnerungen an, danach hat Werder eine ganze Menge meines Gedächtnisspeichers beansprucht. Und genau diesen Speicher werde ich jetzt nach und nach in den Blog kippen.

Viel Spass mir und Euch.

Ich habe erst in der zweiten Liga zu Werder gefunden, also alles, was mit der Abstiegssaison zu tun hat ist “vor meiner Zeit”. Um so interessanter finde ich das folgende Interview mit Wolfgang Weber über seine Zeit als Cheftrainer bei Werder und wie es zu diesem Desaster gekommen ist.

Die 11Freunde versuchen, Parallelen zu erkennen zwischen damals und heute, was Weber aber für abwegig hält. Hoffen wir, dass es stimmt und dass auch das Endergebnis anders aussehen wird.

Das Interview