Für mich das Tor des Monats – wenn nicht aus dem gesamten Fussball, dann wenigstens aus Bremer Sicht
Für mich das Tor des Monats – wenn nicht aus dem gesamten Fussball, dann wenigstens aus Bremer Sicht
Ist grad über den RSS-Reader gekommen: Onur Ayik fällt mit einem Kreuzbandriss aus.
So ein Mist. Da hat er sich langsam endlich an den Profikader rangearbeitet, sitzt regelmäßig auf der Bank, bekommt seine Einsatzminuten und jetzt das: Kreuzbandriss.
Ich wünsche ihm gute Besserung und hoffe, dass er schnell wieder auf die Beine kommt.
Wie hatte ich es gelesen? Der Punkt in Mainz war ein Dreier für die Moral. Ist es wirklich so? Möglich.
Der Punkt war definitiv nicht unverdient, auch wenn Mainz das Spiel nach der eigenen Führung im Griff hatte. Werder hat sich nie aufgegeben, sie haben den Kampf angenommen und sie haben meiner Ansicht nach den Ernst der Situation begriffen.
Was mich allerdings immer noch ärgert ist die Art und Weise, wie Werder spielt. In der Offensive fehlt mittlerweile jegliche Struktur, jegliche Idee und jegliche Ordnung. In 90 Minuten drei Torchancen ist einfach zu wenig. Die ganzen Freistösse rund um den Strafraum, die Werder bekommen hat, führten nicht einmal wirklich für Gefahr. Die ganzen Ecken, die sich Werder erarbeitet: verpuffen wirkungslos. Angriffe aus dem Spiel sind auch meistens ungefährlich, weil sie selten in die gefährliche Zone kommen.
Die Mannschaft scheint die Situation angenommen zu haben, jetzt gilt es, auch Zählbares einzufahren. Und ich würde mir wünschen, dass in der kommenden Arbeitswoche mal intensiv Standards geübt werden. Vielleicht kann man dann mal endlich auch hier Gefahr herauf beschwören.
Ich habe erst in der zweiten Liga zu Werder gefunden, also alles, was mit der Abstiegssaison zu tun hat ist “vor meiner Zeit”. Um so interessanter finde ich das folgende Interview mit Wolfgang Weber über seine Zeit als Cheftrainer bei Werder und wie es zu diesem Desaster gekommen ist.
Die 11Freunde versuchen, Parallelen zu erkennen zwischen damals und heute, was Weber aber für abwegig hält. Hoffen wir, dass es stimmt und dass auch das Endergebnis anders aussehen wird.
Das Interview
Die Transferperiode ist abgehakt und erledigt. Wie viele andere habe ich gehofft, dass vielleicht doch auf dem letzten Drücker ein gestandener Spieler (vorzugsweise im offensiven Mittelfeld) nach Bremen gelenkt werden kann.
Pustekuchen.
Ist das nun ein Fehler? Angesichts der aktuellen Situation und dem Umstand, was andere Teams auf dem Transfermarkt getätigt haben? Ich bin mir nicht sicher. Einerseits bin ich – wie Allofs und Schaaf auch – der festen Überzeugung, dass der Kader eigentlich stark genug ist. Und das ist er definitiv. Ich teile auch die Einschätzung, dass viele Transfers purer Aktionismus gewesen wären – komplett ohne Nachhaltigkeit. Und natürlich spielt auch immer die finanzielle Situation eine Rolle. In den Punkten gehe ich mit Allofs und Schaaf vollkommen konform.
Andererseits hat man in den letzten Wochen und Monaten sehen können, dass es der Mannschaft an einigen Ecken und Enden einfach nicht gut geht und dass die Qualität hier fehlt. Viele der Ecken und Enden sind der Verletztenmisere geschuldet. Hier sehe ich es wiederum so wie Allofs und Schaaf: Neuverpflichtungen hätten nicht wirklich viel bewirkt. Zumindest nachhaltig nicht. Dementsprechend kann ich die Verpflichtung eines Avdics und eines Samuels durchaus teilen. Avdic nimmt quasi 1:1 die Position von Almeida ein, auch wenn er noch etwas Zeit braucht, Samuel nimmt die Position von Prödl/Pasanen ein, solange Naldo verletzt ist.
Einzig im offensiven Mittelfeld hätte ich mir dringend einen neuen Spieler gewünscht, denn ich bin der festen Überzeugung, dass es hier krankt. Jemand, der ein Spiel denken und lenken kann, fehlt Werder. Die Hoffnungen, die man in Hunt gesteckt hat, haben sich bislang nicht erfüllt und auch Marin kann das nicht. Pizarro muss es quasi tun, ist dort aber weniger wirksam als in vorderster Front. Ob sich rächt, dass Werder hier nicht nachgelegt hat, wird sich zeigen. Ich hoffe nicht.
Was mich zum letzten Punkt bringt, etwas, was mich verwundert und aufregt. Besonders in einschlägigen Foren macht sich mittlerweile ein unfassbarer Fatalismus breit. So wird (nun gut, nicht erst seit gestern) häufig der Kopf von Allofs gefordert und so ist man der Meinung, dass sich Werder jetzt schon auf Liga 2 vorbereitet. Ganz ehrlich: das ist totaler Blödsinn.
Gegen Bayern kann man verlieren – deshalb bin ich auch nicht sonderlich überrascht über das Ergebnis von Samstag. Was mich positiv überrascht hat, war der Einsatz. Nach dem Spiel gegen Köln war das ja nicht unbedingt zu erwarten.
Und das ärgert mich etwas. Gegen Hoffenheim und gestern gegen Bayern hat man gesehen, dass die Mannschaft im Team zusammen stehen kann und in der Lage ist zu kämpfen. Viel schlimmer finde ich, dass man gegen Köln so versagt hat.
Mit der Leistung von Samstag hätte man Köln überrollt und locker gewinnen können… DAS ärgert mich.
Vielleicht lernt man jetzt endlich mal daraus, dass man auch auswärts kämpfen und beissen muss, um irgendwas zählbares mitzunehmen. Es wäre Zeit dafür.
Leider hat man aber auch gesehen, wo es in der Mannschaft noch fehlt. Dazu aber morgen mehr, wenn die Transferliste zu ist und klar ist, was bei Werder noch passiert (oder ob überhaupt was bei Werder passiert).
Ich will eigentlich nicht viel schreiben, ausser, dass ich tief enttäuscht bin. Ich hatte gehofft, die Mannschaft hätte etwas gelernt, aber nix da. Köln hat es Werder gezeigt, wie man in einer solchen Situation auftritt.
Und das sagt eigentlich alles.
Mit 108 Sachen hat Frings am Samstag allen Werderfans kollektiv einige Steine vom Herzen gewemmst. Ein Kunstschuss war es nicht, sondern pure Gewalt. Und nur so ein Tor durfte das Spiel entscheiden. Spielerisch war das von Werder kein Genuss – das hatte wohl auch niemand erwartet, aber kämpferisch hat mir das sehr gut gefallen. Ohne jetzt in Euphorie zu verfallen, aber mit einer solchen Einstellung und auch mit einer solchen Geschlossenheit hätte Werder jetzt einige Tore weniger gefangen und einige Punkte mehr auf dem Konto.
Was mich beeindruckt hat war der Jubel nach dem Tor. Alle (und damit meine ich alle) sind aufeinander gefallen als hätte Werder gerade den Pokal gewonnen. Da konnte man sehen, dass ein Team auf dem Platz stand. So bitte soll das weiter gehen.
Ich will mich kurz einigen Spielern widmen:
Silvestre: die Leistung von Samstag hat ihm wohl keiner zugetraut. Wenn er diese Leistung stabilisieren kann, dann gehört er tatsächlich zu den besten Linksverteidigern der Liga und Werder kann sich freuen.
Prödl: fehlerlos und dazu noch mit Pech im Abschluss. Ihm gönne ich langsam mal ein Tor. Schade, dass er sich die fünfte gelbe Karte einkassiert hat und nächste Woche fehlen wird.
Kroos: für mich etwas überraschend in der Startelf, hat seine Sache nach anfänglicher Nervosität aber gut gemacht. Da kann sicherlich noch mehr kommen, aber er hat gezeigt, dass er was kann. Sein Pass auf Pizza in der zweiten Halbzeit war Zucker!
Die Aufstellung hat mir sehr gut gefallen, das scheint auch zu harmonieren. Ich würde mir wünschen, dass Schaaf jetzt Kontinuität einziehen lässt und lediglich Prödl tauschen muss (für Pasanen würde ich vermuten).
Jetzt noch 3 Punkte gegen Köln, dann sieht die Welt wieder etwas gesünder aus.
Ich bin jetzt mal vollkommen vermessen und sage an: nur noch 8 Punkte bis Platz 5
Die Hoffnung, dass 2011 besser werden wird als 2010 hätte schon nach 4 Minuten gegen Trabzonspor vorbei sein können. War sie aber nicht. Immerhin spielte Bremen gegen den aktuellen türkischen Tabellenführer. Und das gar nicht mal schlecht.
Allerdings war die Hoffnung nach den Spielen gegen Duisburg und Eskisehirspor dann doch weg. Konnte man gegen Duisburg noch gelten lassen, dass in der zweiten Halbzeit, als die Tore fielen, eine verstärkte U23 und U19 auf dem Platz stand, empfinde ich das letztere Spiel als totales Debakel, denn es spielte die Mannschaft, die meines Empfindens nach auch kommenden Samstag gegen Hoffenheim auf dem Platz stand.
Die Aufbruchstimmung, die wahrscheinlich nicht nur ich erwartet habe, ist weg oder war niemals da.
Vielleicht sollten sich die Spieler mal Gedanken machen, was sie aktuell mit dem Namen Werder Bremen anstellen und was sie den Fans antun.
Vielleicht ist aber auch die sportliche Leitung gefragt: in meinen Augen krankt es daran, dass es keinen gibt, der das Spiel ordnen, sortieren und machen kann – es fehlt ein klassischer 10er. Auch wenn die Zeit eines Regisseurs vielleicht vorbei sein sollte, Werder kommt scheinbar nicht ohne ihn aus – dementsprechend gehört hier jetzt endgültig reagiert und Vorschusslorbeeren bitte der Vergangenheit an.
Ich würde mir wünschen, dass ein Spielgestalter kommt, denn, wenn man was in der Hinrunde gelernt hat, dann das, dass weder Marin noch Hunt einen 10er geben können. Und man hat gesehen, dass Hunt zwar Verantwortung übernehmen will, es aber nicht kann. So leid es mir tut.
Die Defensive ist zwar anfällig, aber ein neuer Innenverteidiger ist eher nebensächlich. Was Werder wirklich fehlt, sind die Tore vorne. Und da können die Stürmer leider nur dann netzen, wenn die Bälle auch mal bis zu ihnen hinkommen. Und da spielt Werder viel zu bieder.
Nun ja – ob was passiert, wage ich zu bezweifeln, ich wollte es nur mal anmerken, dass da was getan werden müsste.
Hoffen wir, dass die Mannschaft so gefestigt ist, dass sie möglichst schnell die neuralgischen 40 Punkte erreicht. Mehr scheint einfach diese Saison nicht drin zu sein.
Eine Analyse oder einen Nachbericht hat sich Werder nicht verdient. Ich mache das jetzt genauso leidenschaftslos, blutleer und uninspiriert wie Werder am Wochenende und verlinke auf den Tourettebot, der meine aktuelle Stimmung bezüglich Werder am Besten ausdrückt.
Arschgewichsterdrecksschwarzlochpickelschwanz!
P.S.: will jemand meine Champions League-Tickets gegen Inter haben?
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