Auswärtssieg in Hoffenheim. Gabs letzte Saison nicht. Was es letzte Saison auch nicht gab, dass Werder zweimal hintereinander einen Rückstand gedreht hat.
Gegen Freiburg war noch Hurra-Fussball angesagt, was zwar ein Spektakel bot, aber unübersehbare Lücken in der Defensive. Lücken in der Defensive gab es am Samstag auch, aber sehr viel weniger und es wurde auch nur eine Lücke von Hoffenheim genutzt.
Was mir an Werder gefallen hat, dass man nicht – wie noch in der letzten Saison auseinander brach – hier spielte sicher auch der postwendende Ausgleich durch Arnautovic eine Rolle – sondern, dass Werder den Stiefel runterspielte und sich konsequent an eine Marschrichtung hielt. Und diese Marschrichtung sah für mich so aus, dass man erst mal die ersten 20 Minuten abwarten wollte, um dann langsam aber sicher das Spiel zu übernehmen. Was auch geklappt hat.
Natürlich kann man noch mehr über das Spiel selber schreiben, aber heute ist es mir eher mal ein Anliegen, etwas zu den Fans im Stadion zu schreiben. Der Einsatz und der Eifer des Hoffenheimer Ordnungsdienstes ist sicherlich nicht angemessen gewesen, besonders dann auch der folgende Einsatz der Polizei. Und dass sich Werderfans dann gewehrt haben, ist auch nur zu verständlich, aber: WARUM MUSS MAN IN EINEM VOLLBESETZTEN FANBLOCK BITTE EINE BENGALO ZÜNDEN? Das ist der absolute Schwachsinn. Nein, Bengalos gehören NICHT in ein Stadion und Bengalos sind NICHT zwingend für eine tolle Atmosphäre notwendig. In einem solchen Umfeld sind Bengalos gesundheitsgefährdend, schädlich und einfach nur gefährlich.
Darüber sollte der Vollidiot (oder die Vollidioten), der die Bengalo gezündet hat, einfach mal nachdenken. Hätte er sich die Bengalo verkniffen, wäre das alles nicht passiert. Und nein, ich mache hier keine Opfer zu Tätern, sondern ich möchte einfach mal darauf hinweisen, dass Bengalos einfach nur Schwachsinn sind. Wenn man gerne sowas zündet, sollte man das vielleicht an einem Ort machen, wo man andere nicht damit verletzt. Am liebsten wäre es mir, wenn sich sowas innerhalb des Blocks regeln würde, dass man, wenn man jemanden mit einer Bengalo sieht, da direkt mal einschreitet, denn das ist wirklich nicht witzig.
Zurück zum Spiel, wie immer die Bewertung einiger Spieler.
Wiese war wieder einmal der solide Rückhalt im Tor, hat gehalten, was zu halten war. Das Gegentor konnte er nicht verhindern.
Beim Gegentor haben auf jeden Fall Schmitz und Wolf gepennt. Schmitz, weil er das Abseits aufgehoben hat, Wolf, weil er Firmino sträflich alleine ließ. Da kam dann auch Mertesacker zu spät. Schmitz hat seinen Aussetzer dann wieder mit dem Ball zum Ausgleich und mit einer soliden Offensivleistung gut gemacht. Wolf war in meinen Augen der schwächste Mann von Werder auf dem Platz.
Bester Mann auf dem Platz war Arnautovic. Nicht nur durch das Tor, sondern auch der sonstige Einsatz war vorbildlich. Damit hat er sich nicht nur eine Nachnominierung in die Nationalelf Österreichs verdient, sondern wahrscheinlich auch die Stammelf für die nächsten Wochen.
Von Hunt kam auch eine sehr solide Leistung, langsam scheint er sich aus seinem Formtief heraus zu arbeiten. Es ist zwar noch lange nicht alles Gold, was glänzt, aber es wird. Gefällt mir.
Schlußendlich noch ein paar Worte zum Schiedrichter: Babak Rafati hat eine unterirdische Leistung auf den Platz gelegt. Er hat sehr in Richtung Hoffenheim gepfiffen, auch wenn er auf die Schwalben von Firmino und später von Compper (ich meine, es wäre Compper gewesen, ansonsten Mea culpa) nicht hereingefallen ist. Diese waren allerdings so dilettantisch gemacht, dass er hier zweimal zwingend Gelb hätte geben müssen. Genauso wie für einen Tritt gegen Sokratis, welchen sein Assistent nicht mal gesehen hat und der hätte eigentlich nur 5-6 Meter entfernt stehen müssen. Aber auch ein Schiedsrichter muss den Tritt sehen. Diverse Abseitsentscheidungen und Foulbewertungen waren auch recht schwach.
Als Fazit bleibt: Werder ist auf einen sehr guten Weg, hat einen guten Start hingelegt und sich in eine sehr gute Ausgangsposition gebracht. Da jetzt fast alle Verletzten wieder an Bord kommen, steigt der Konkurrenzkampf und Schaaf hat endlich wieder vernünftige Alternativen auf der Bank. Ich blicke recht optimistisch in die Zukunft.