Nix

Eigentlich hatte ich mir einen so schönen Blogartikel schon ausgedacht: Leidenschaft, Einsatzwille, trotz technischer Unzulänglichkeiten niemals aufgeben, Kampf, Einstellung, etc. Aber nachdem ich gestern tatsächlich das erste Mal beim SC Kapellen war, muss ich sagen: Werder kann nix lernen. Ist irgendwie auch wieder tröstlich.

Aber ich, ich werde jetzt häufiger zum SC Kapellen gehen. Die Wurst ist gut, das Bier ist kalt, man kann noch mit Bargeld bezahlen und braucht keine Plastikkarte. Es gibt freie Platzwahl, man kann sich sogar einen eigenen Stuhl mitbringen. Mir gefällt’s. Ist alles noch urtümlich. Die Zuschauerzahl, die Tore und die Zwischenstände werden von der örtlichen Zweigstelle einer Versicherung präsentiert, die B-Jugend wird in der Halbzeitpause für den Gewinn der Niederrheinmeisterschaft, Gruppe A, geehrt und Ordner braucht man auch nicht. Schön.

Update 15.05. – es ist viel passiert

Innerlich ist die Saison für mich schon gelaufen. Da die Transfergerüchte schon jetzt hochschwappen und damit ich nicht den Überblick verliere, werde ich wieder alles hier zusammen laufen lassen, was man so findet:

1 – Tim Wiese – wechselt nach Hoffenheim

2 – Sebastian Boenisch – Angebot zur Verlängerung liegt vor. Angeblich aber auch Angebote von Leverkusen und Schalke.

3 – Francois Affolter

4 – Naldo – Kokettiert mit einem Wechsel in die Heimat. Würde mich nicht wundern, wenn er geht.

6 – Tim Borowski – Vertrag wird nicht verlängert

7 – Marko Arnautovic

8 – Clemens Fritz – hat den Vertrag gerade erst bis 2014 verlängert

9 – Denni Avdic

10 – Marko Marin – wechselt nach Chelsea

11 – Markus Rosenberg – verlässt den Verein

13 – Lukas Schmitz

14 – Aaron Hunt

15 – Sebastian Prödl – hat bis 2015 verlängert

16 – Mikael Silvestre – verlässt den Verein

17 – Alexander Ignjovski

18 – Felix Kroos

20 – Mehmet Ekici

21 – Sebastian Mielitz

22 – Sokratis

23 – Zlatko Junuzovic

24 – Claudio Pizarro – Verlässt den Verein

25 – Tom Trybull

26 – Florian Hartherz

31 – Predrag Stevanovic

32 – Özkan Yildirim

33 – Christian Vander – Vertrag wird noch mal verlängert, allerdings für die U23.

34 – Aleksander Stevanovic

35 – Florian Trinks

36 – Lennart Thy – wird den Verein verlassen, St. Pauli oder Braunschweig werden als Kandidaten genannt

37 – Leon Balogun – Wechselt zu Fortuna Düsseldorf

38 – Clemens Schoppenhauer – Vertrag läuft aus. Verlängerung? Keine Ahnung.

44 – Philipp Bargfrede

46 – Onur Ayik – Vertrag läuft aus. Verlängerung? Keine Ahnung.

Ausgeliehen: Sandro Wagner – nach dem Abstieg vom FCK wird er wohl wieder zurück kommen. Aber ob er noch eine Zukunft in Bremen hat? Wohl eher nicht.

Zugänge: Johannes Wurtz (Saarbrücken)

In Bremen kann man ruhig arbeiten. Sagt man. In Bremen ist vieles anders. Sagt man. In Bremen ist es anders als in Hamburg und München. Sagt man. Die Medienlandschaft ist überschaubar. Sagt man. Die Medien sind nicht so kritisch wie anderswo. Sagt man.

Das beschauliche Bremen entwickelt sich langsam, aber sicher zu einem Haifischbecken. Nicht für alle, aber für Thomas Schaaf und Klaus Allofs. Obwohl, eigentlich mehr für Thomas Schaaf. Und ein bisschen auch für Willi Lemke. Aber auch Haifischbecken stimmt nicht ganz. Im Moment eher ein Teich mit ein paar bissigen Fischen drin. Also noch nicht richtig blutrünstig. Aber schon ein bisschen.

Noch brennt in Bremen der Baum nicht, aber die ersten Funken sind geschlagen, der Reisig schwelt und es fehlt nicht viel, dann kann man die Fackel nehmen und in Richtung Baum laufen.

So anders ist Bremen also doch nicht. Oder doch? Es gibt drei Zeitungen, die regelmäßig und intensiv über Werder berichten. Die Kreiszeitung, der Weserkurier und die Bild. Die Kreiszeitung und der Weserkurier kann man getrost als “weitestgehend linientreu” bezeichnen. Kritische Worte findet man recht selten dort zu lesen und wenn, dann doch eher in einem eher ruhigen Ton. Ruhige Töne sind ja per se mal nichts für die Bild, das ist bekannt und auch wenig verwunderlich.

Aber auch die Bild Bremen war über Jahre hinweg eher selten kritisch. Und wenn, dann höchsten temporär. Da gab es mal einen kritischen Kommentar und gut war. Und nun?

Es erschien vor eingen Wochen eine Kolummne von Wontorra im Weserkurier. Diese Kolummne war schon aussergewöhnlich für Bremen und die Bremer Landschaft. Es wurde offen gefordert, den Verein zu erneuern. Ob richtig oder falsch, das ist ein anderes Thema. Aber damit ging es los. Die Bild sattelte auf und begann eine – in den letzten Jahren beispiellose Kampagne gegen Schaaf. Zumindest kommt es mir so vor.

Seitdem vergeht fast kein Tag mit einem kritischen Artikel über Schaaf, der sinngemäß damit endet: “wie lange noch?”. Spieler sind auf einmal in der Bild enttäuscht von Schaaf (Naldo), die Fans sind gegen Schaaf und Lemke und überhaupt ist Schaaf derjenige, der die Mannschaft und damit den Verein ins Mittelmaß abstürzen lies.

Ungeachtet davon, wie man sachlich dazu steht, ob Schaaf noch der richtige Mann ist oder nicht, finde ich es sehr schwach von der Bild, jetzt eine solche Kampagne zu fahren, die wahrscheinlich erst dann endet, wenn Schaaf nicht mehr Trainer von Werder ist (dann kann die Bild behaupten ” Bild hat es zuerst erkannt und Werder vor noch höherem Schaden bewahrt”) oder Schaaf wieder Erfolge feiert (“Bild hat den Trainer aufgerüttelt”). Wie es kommt, passt es der Bild. Und das passt mir nicht.

Irgendwie war ich immer stolz darauf, dass Bremen anders war als München, Hamburg, Köln, Berlin und die ganzen anderen Boulevard-Zentren der Liga. Und das könnte Bremen auch wieder werden. Wenn die Bild will. Sagt man.

Tim Wiese wechselt nach Hoffenheim. Überraschend? Nach dem Hin und Her der letzten 2 Wochen sicher nicht sonderlich. Aber irgendwie dann doch. Nachdem die Entscheidung Wieses, Werder zu verlassen bekannt wurde, sagte er in der Sportbild:

(sinngemäß) Ich wechsel zu einem Verein, der Champions League spielt, der um Titel mitspielt und der nicht am Hungertuch nagt.

Und jetzt: Hoffenheim. Sie nagen nicht am Hungertuch, damit hat er Recht. Sie spielen Champions League? Mitnichten. Sie spielen um Titel mit? Bis jetzt noch nicht, aber wer weiß, was nächste Saison passiert.

Finanziell verschlechtern wird er sich mit dem Wechsel sicherlich nicht, eher im Gegenteil. Das Stadion soll ja auch ganz nett sein und die Gegend ist eigentlich auch schön. Aber ob Hoffenheim für einen Spieler mit seinen Ambitionen der richtige Club ist? Irgendwie fehlt mir da die Phantasie.

Lassen wir es einfach. Nach dieser desolaten Leistung von Freitag habe ich lange mit mir gerungen, ob ich mich dazu äussern will oder nicht. Ob ich es wirklich will, weiß ich immer noch nicht -  ich schreibe aber trotzdem.

Aber eigentlich nur, um mir selber klar zu machen, dass diese Saison gelaufen ist. Ich werde mir kein Werderspiel mehr anschauen. Ich will auch keine Ergebnisse wissen, will nicht wissen, wie sie gespielt haben und überhaupt. Selbst wenn sie am Samstag Bayern zweistellig aus dem Weserstadion schießen, ist mir das egal.

Soweit hat Werder es gebracht – sie werden mir egal. Nein, das liegt jetzt nicht nur an diesem einen Spiel – das liegt an dieser Janusköpfigkeit der Mannschaft, die nach einem guten Spiel wieder ein beschissenes Spiel zeigt. Zeigt, dass sie die Situation immer noch nicht begriffen haben. Das liegt aber auch daran, dass mir irgendein Lerneffekt fehlt. Dass die Mannschaft aus den Erfahrungen, Fehlern und Erfolgen irgendetwas mit nimmt.

Mir sind die Wochenenden zu schade, um sie mir von Werder versauen zu lassen. Ich brauche jetzt Abstand, denn ich bin echt enttäuscht. Ich habe gedacht, nach dem Gladbachspiel hätte es Klick gemacht – aber so oft ich diese Hoffnung schon hatte, so oft ist sie zerstört worden.

Ich brauche Abstand. Am Wochenende habe ich einen Brief vom SC Kapellen/Erft bekommen, die mich einladen, dort einmal hinzugehen. Ich denke, das werde ich machen. Dann heißen die Gegner zwar Ratingen, Hilden Nord, Essen Kray oder Niederelmpter, aber ich werde wohl ehrlichen Fuppes sehen. Und hier berichten.

Den nächsten Werder-Artikel wird es hier wohl erst im Mai geben, wenn die Saison durch ist. Oder wenn vorher vielleicht noch die eine oder andere Personalentscheidung fällt. Zu den Spielen werde ich definitiv nix mehr schreiben – zu groß ist der Frust.

5April

Domino-Effekt

borttronic Bundesliga » Werder Allgemein

Jetzt ist es amtlich, Wiese wird Werder am Ende der Saison verlassen. Entweder hat es kein neues Angebot gegeben oder er hat es abgelehnt, wie auch immer, es geht mal wieder eine Torwart-Ära in Bremen zu Ende.

Die Reaktionen sind gemischt und gespalten. Auf der einen Seite die, die Allofs am Liebsten standrechtlich erschiessen wollen, auf der anderen Seite die, die sich damit abfinden. Ich gehöre übrigens zu den letztgenannten.

Ich finde es tatsächlich schade, dass Wiese geht. Er war (oder besser: ist) ein Torhüter, der wie kaum ein anderer in der aktuellen Bundesliga polarisiert, ein Torhüter, der aus dieser Polarisierung Motivation und Leistung bezieht. Immer wieder bewundernswert in den Nordderbies gegen den HSV.

Wiese ist aber auch ein Torhüter der “alten Schule”. Ein Torhüter der Marke Kahn, kein mitspielender Torhüter, einer, der zwar Klassereflexe hat, aber auch immer für Aussetzer gut ist (hier zu nennen der Kungfutritt gegen Olic). Wenn man sich die junge Garde, die gerade die Liga aufmischt, anschaut, kann man durchaus zu dem Urteil kommen, dass Wiese zu einer aussterben Rasse gehört. Ein moderner Torhüter ist er nicht – was ihn aber definitiv nicht schlechter macht.

Er ist jetzt im besten Fussballeralter und wird wahrscheinlich noch einen großen Vertrag unterschreiben. Diesen großen Vertrag wird er nun nicht in Bremen bekommen, weil Werder nun nicht willens oder nicht in der Lage ist (je nach Betrachtungsweise), ihm diesen großen Vertrag zu bieten.

Es passt in die Konsolidierungspolitik der letzten 2 Jahre: nach Frings und Mertesacker geht jetzt mit Wiese der nächste Großverdiener. Dass Borowksi keinen neuen Vertrag erhält, ist wohl auch ein offenes Geheimnis (es sei denn, er verzichtet auf viel Gehalt). Als nächstes auf der Liste stehen dann noch Naldo, Pizarro, Rosenberg und Fritz. Bis auf Pizarro haben alle in den Hochzeiten von Werder ihren letzten Vertrag unterschrieben, der jetzt angepasst werden muss/soll. Der Weg von Werder ist also vorgezeichnet.

Mit Wiese verliert Werder unbestritten Qualität. Ob der sportliche Verlust schwer wiegt, liegt jetzt an Mielitz – er bekommt wohl das Vertrauen und das muss er jetzt rechtfertigen. Viel schwerwiegender könnte der Verlust eines “aggressive leaders” sein – hier entsteht aber eine neue Chance für die “jungen Spieler”.

Es hat ein Werder vor Wiese gegeben, es wird ein Werder nach Wiese geben. Ich wünsche ihm auf jeden Fall alles Gute für seine Zukunft und wünsche ihm, dass er seine Entscheidung nicht bereut. Und bitte, lieber Tim: wechsel ins Ausland.

5März

Fatal Error

borttronic Werder Allgemein

Gott sei Dank habe ich weder das Spiel gegen Nürnberg noch das Spiel gegen Hertha gesehen. Ich hätte mich wahrscheinlich noch schwärzer geärgert, als ich es eh schon tue (und Achtung! politisch unkorrekter Wortwitz) und wäre wahrscheinlich schwärzer als Anthony Baffoe (“wir schwatten müssen zusammen halten”).

Kann man das Spiel gegen Nürnberg vielleicht noch als Ausrutscher schönreden (“bessere Mannschaft, Chancen waren da, wurden nicht genutzt, blabla”), geht das – nach allem, was ich gehört und gelesen habe, diesmal nicht. Aber irgendwie ahnte ich so etwas schon: verunsicherte Mannschaft, Niederlagenserie, neuer Trainer, Gegner Werder Bremen: das geht schon lange nicht mehr gut aus. Also für Werder. Und so war es diesmal auch. Warum, frage ich mich, warum ist die Mannschaft nicht in der Lage, die Verunsicherung anderer Mannschaften auszunutzen? Warum ist die Mannschaft nicht in der Lage, gegen so ein Team konsequent zu spielen und einfach mal gewinnen.

Leider haben nach dem HSV-Spiel wieder viel zu viele Spieler das Wort “Champions League” in den Mund genommen – mit 6 Punkten aus den letzten beiden Spielen wäre das sicherlich auch noch mal möglich gewesen (wenn man die Ergebnisse der letzten Wochenenden betrachtet), so ist Werder allerdings auf dem besten Wege, sich sogar die EuroLeague zu versauen. Zu Recht? Ich hoffe nicht.

Ich sehe jetzt die Mannschaft  und den Trainer in der Pflicht, eine Trotzreaktion zu zeigen. Und zwar in der Form, dass am kommenden Wochenende der direkte Konkurrent um die EuroLeague in Bremen geschlagen wird und dass man am Wochenende danach die Serie von Dortmund kippt. Das Zeug dazu hat das Team und sie haben sich selber in die Situation gebracht, dies jetzt zu brauchen.

Also: Arsch hoch, Zähne auseinander und los.

Ansonsten gilt: noch 3 Punkte zu den magischen 40 Punkten und dann die Saison locker zu Ende spielen.

16Januar

Wintercup

borttronic News » Werder Allgemein

Ich habe mir gestern tatsächlich den Luxus erlaubt, den Wintercup in Düsseldorf zu besuchen. Schade, dass man seitens des Veranstalters nicht auf die Großwetterlage reagiert und das Dach aufgemacht hat. Dann wäre man wenigstens an der frischen Luft gewesen und hätte ein wenig Sonne abbekommen. So gab es doch leider nur Hallenfussball – bloss ohne Stimmung.

Wo wir dabei sind: die Stimmung war sehr mager. In allen vier Ecken sollte normalerweise Liebe drin stecken, gestern steckten in den vier Ecken die jeweiligen Fans. Bloss hatte man scheinbar in Bremen vergessen, den Wintercup anzukündigen, denn der Stehblock war ziemlich leer. Oder verdammt leer oder eigentlich fast komplett leer. Es waren also sehr wenig Fans der grün-weißen da.

Die, die da waren, sahen im ersten Spiel eine zwar engagierte, aber glücklose Mannschaft. Trotz der vielen Verletzten konnte man einige Erkenntnisse gewinnen: eine Innenverteidigung Sokratis-Prödl funktioniert gut. Wenn beide noch etwas ihrer Ungestümtheit ablegen, dann kann sie sehr gut funktionieren. Schmitz auf links hat seine Sache gut gemacht, Gladbach hatte als Schwachstelle Boenisch ausgemacht – dementsprechend rollten die Angriffe fast nur über seine Seite. Man merkte ihm an, dass er lange nicht gespielt hat, aber so ganz schlecht war er nicht.

Trybull im defensiven Mittelfeld kann über kurz oder lang eine Alternative werden – man merkt ihm an, dass ihm die Erfahrung und ein wenig die Robustheit fehlt, aber das kann und wird kommen. Die Anlagen sind auf jeden Fall vorhanden. Ekici sah ich auf dem aufsteigenden Ast, hatte einige gute Szenen. Wesley total von der Rolle und kein Kandidat für einen Einsatz. Leider.

Im zweiten Spiel wechselte Schaaf fast komplett durch. Diesmal stand Hartherz auf links – er machte seine Sache auch recht gut – er kann sehr schnell zu einer guten Alternative werden. Marin war ebenfalls total von der Rolle – hier muss einfach mal mehr kommen. Kroos war selber nicht stark, aber zusammen mit Trybull haben sie Marin total die Show gestohlen. Ansonsten spielten im Angriff Wagner und Füllkrug – bemüht, aber ohne Bälle kann man auch nicht viel erwarten.

So wurde Werder letztendlich verdient Letzter im Turnier – sie haben einfach die Fehler gemacht, die von beiden Gegnern (die auch nicht sonderlich stark waren – im Gegenteil) bestraft wurden.

Der Wintercup wäre eine gute Möglichkeit gewesen, sich Selbstvertrauen zu holen – das haben jetzt die anderen. Ob das Taktik ist? Ich weiß nicht.

Trotzdem hatte ich einen schönen Nachmittag – auch wenn das Erlebnis auf dem Rasen nicht wirklich erquickend war. Sehen wir es unter dem Gesichtspunkt “Test” und “Hauptsache keine neuen Verletzten”. Es kristallisiert sich heraus, wer gut trainiert hat und wer den Trainer verstanden hat.

25Oktober

Werder worst eleven

borttronic Werder Allgemein

Ich nehme das Stöckchen mal von blogundweiss.de auf und nominiere hier die elf Spieler, die die Ehre hatten, das Werder-Trikot zu tragen, der Ehre aber nicht so ganz gerecht wurden.

Jemanden vergessen oder zu Unrecht nominiert? Dann auf zur Diskussion.

1. Jakub Wierchowski

Polnischer Torhüter, der leider an die große Tradition der Werder-Torhüter nicht anknüpfen konnte. In den Jahren hatte Werder zwei nicht ganz bundesligataugliche Torhüter, ihn und Borel.

2. Pascal Borel

Was für Wierchowski gilt, gilt auch für Borel. Auch, wenn er noch eine kleine Ecke besser war. Aber wirklich nur eine kleine Ecke.

3. Dirk Weetendorf

Bis auf Felix Magath wusste wohl damals niemand, warum Weetendorf verpflichtet werden musste. Der HSV hat sich wahrscheinlich diebisch gefreut, Weetendorf loszuwerden. Überzeugen konnte er mich nicht und die meisten der Werderfans auch nicht.

4. Roberto Silva

Bis auf die Nationalität, den Berater und die Spielposition hatten Pizarro und Silva nichts gemeinsam. Als Pizza nach München wechselte, wurde Silva als Nachfolger verpflichtet. Allofs dachte wohl, dass aus Peru nur gute Spieler kamen. Ein Trugschluss.

5. Dong Gook Lee

Der südkoreanische Tiger kam als Leihgabe nach Bremen und hatte schnell einen gewissen Kultstatus. Er wurde beim warmlaufen immer frenetisch gefeiert. Auf dem Platz dagegen nie. Er ist dann verdammt schnell wieder abgedampft und spielt immer noch in der koreanischen Nationalmannschaft.

6. Gustavo Nery

Einer von drei brasilianischen Fehlkäufen von Werder. Sollte die Problemposition Linksverteidiger ausfüllen. Hatte sich nach einem halbwegs ansehnlichen Spiel den Arm gebrochen und damit war es das dann. Das Wetter und der ganze Kram passte ihm nicht in selbigen, so dass er schnell wieder in Brasilien verschwand.

7. Junior Baiano

Wo wir bei den brasilianischen Fehlkäufen sind, machen wir direkt weiter. Kollege Baiano hatte sensationell gute Anlagen. Einer der besten Verteidiger, die eigentlich in den 90ern für Werder aufliefen, kam er mit dem Wetter nicht klar und verliess Werder leider viel zu schnell. Machte danach noch eine gute Karriere in der brasilianischen Nationalmannschaft. Da blutet einem doch das Herz.

8. Carlos Alberto

Der wohl epischste Fehleinkauf von Klaus Allofs. Schlafstörungen, Feiern, ach, alles mögliche hatte er sich eingehandelt, nur um nicht in Bremen sesshaft zu werden. Knappe 8 Millionen, die Werder in den berühmten Sand setzte.

9. Marcelo Moreno

Auch so ein Klops. Kurz vor der Unterschrift in Bremen wurde er von Donezk weg gekauft, kam dort nicht zum Einsatz und wurde dann für unwahrscheinliche 2 Millionen ein Jahr später von Donezk geliehen. Gebracht hat er nix. Freundete sich dann mit Vranjes und Husejinovic an – danach war Ende.

10. Holger Wehlage

Beim Feiern der Erste, beim Spielen der letzte. Wusste wohl, dass er nach 2004 niemals mehr Deutscher Meister werden würde und hat dann dieses Ereignis entsprechend ausgelassen gefeiert. Hat er eigentlich in der Saison einmal Bundesliga gespielt? Ich weiß es nicht.

11. Aad de Mos

Last not least muss ich mal einen Trainer nominieren. Nachfolger von Otto dem Großen zu werden ist natürlich nicht einfach. Aber Aad de Mos hat sich eigentlich mit seiner Art und seinen Sprüchen selber disqualifiziert. Sagen wir mal so: Zwischen ihm und Bremen hat es nicht gepasst.

Das waren dann meine “worst eleven”. Ich habe noch an folgende anderen Bremer gedacht: Melek Lagerblom, Mladen Krstajic bei seiner “SV Widerlich-Spuck-Attacke”, Diego bei seinem Würgangriff, Husejinovic, Vranjes, und noch ein paar andere, gerade aus der Zeit zwischen 95 und 99. Aber so richtig fremdschämen oder schlecht waren da auch nicht so viele.

3Oktober

Ent-Schuld-igung

borttronic Bundesliga » Werder Allgemein

Hallo Aaron Hunt,

ich möchte Dir (ich hoffe, es ist ok, wenn ich das Du wähle) heute einen offenen Brief schreiben. Die letzte Saison war für Dich als Spieler und für uns als Fans sicher alles andere als einfach. Für viele warst Du der Buhmann und der Schuldige. Im eigenen Stadion von den eigenen Anhängern ausgepfiffen zu werden, ist wohl alles andere als einfach. Die Ablehung der Fans ging sogar soweit, dass das Worum eine Aktion ins Leben rufen musste, um Dich zu unterstützen. Auch ich fand die Aktion “mit Herz und Hunt” sehr gut, denke ich doch, dass man die eigene Mannschaft nicht und einzelne Spieler daraus erst recht nicht auspfeiffen sollte.

Auch nach dem Heidenheim-Spiel gab es viele Fans, die “Hunt raus” nicht nur gedacht haben. Ich gehörte übrigens nie dazu. Aber darum geht es nicht. Mit stabilen, konstanten Leistungen hast Du die Kritiker mundtot gemacht. Mittlerweile gibt es kaum noch einen, der “Hunt raus” laut ausspricht. Vom Sündenbock zwar noch nicht wieder zum gefeierten Held, aber schon mal mindestens zum respektierten Spieler. Diese Leistung gilt es zu honorieren. Aaron Hunt, ich ziehe meinen Hut, dass Du die (um im Jargon Deines Trainers zu bleiben) Situation angenommen, daraus gelernt hast und daran gewachsen bist. Find ich toll. Und ich wünsche mir, dass dieser Trend weiter geht. Ich erwarte keine permamenten Spitzenleistungen, aber ich freue mich darüber, wenn Du weiterhin so kämpferisch und lauffreudig auf dem Platz stehst.

Wie man sich als Sündenbock fühlt, kannst Du seit gestern sicherlich auch Philipp Bargfrede erklären, denn er wurde als Sündenbock für die Niederlage ausgemacht. Du kannst ihm sicherlich aber auch erklären, dass er sich nicht unterkriegen lassen darf und dass jeder einmal einen schwarzen Tag hat. Ich würde mich sehr freuen, wenn Philipp Bargfrede nach der Länderspielpause wieder ein richtig geiles Spiel hinlegt – so, wie er das schon oft für Werder gemacht hat. Und ich würde mich so richtig doll freuen, wenn Du, Aaron Hunt, dem guten Philipp Bargfrede vielleicht den Ball auflegst, dass er sein erstes Tor macht. Verdient hätte er es sich!

Ich wünsche mir von Dir und der gesamten Mannschaft, dass Ihr dem guten Philipp unter die Arme greift, ihn aufbaut und zuseht, dass er nicht in ein Loch fällt. Und das gleiche könnt Ihr bitte auch noch mit Marko Arnautovic tun. Sagt ihm, dass der Tritt fies war, dass aber noch lange nicht jeder Schiedsrichter dafür rot gibt. Und sagt ihm, dass ihr sicher seid, dass er nach seiner Sperre stärker zurück kommt, als zuvor.

Danke schön für’s zuhören.