Wer mir wirklich leid tut, ist der kleine Stöpsel aus der Nachbarschaft.

Meine neue Heimat ist totales Borussia-Gebiet. Aber nicht Borussia Dortmund, sondern die andere, öfters absteigende Borussia (kein Wunder, ist der Nordpark doch nur 10 Minuten entfernt).

Und doch gibt es noch Kinder, die es schaffen, auch mit 8 Jahren schon gegen den Mainstream anzugehen, unter anderem der kleine Stöpsel aus der Nachbarschaft. Der ist 8 und seit einem Jahr stolzer Werder-Fan.

Ich kann ja mittlerweile mit Situationen, wo es nicht so gut läuft, ganz gut umgehen, aber der Kleine? Seine Mutter Gisela hat mir doch tatsächlich letztens beim Plausch erzählt, dass er sich überlegt, sich doch einem anderen Verein anzuschließen. 

Da musste ich ihm doch erst einmal gut zureden, dass das Leben gar nicht so scheiße und Werder eigentlich auch gar nicht so scheiße ist und solange Hamburg nicht Meister wird, alles nur halb so schlimm ist. Ich hoffe, ich habe es geschafft, ihm das grün-weiße Herz zu erhalten.

Zumindest hat er gestern mit einem anderen Stöpsel aus der Nachbarschaft (auch ein Antimainstreamer) auf dem Garagenhof Fussball gespielt: Werder hat gegen Fortuna Düsseldorf nach Elfmeterschießen gewonnen und der Werder-Stöpsel hat in Person von Diego, Pizarro, Rosenberg und Baumann (der Kleine wird mir immer sympathischer) alle Tore geschossen, sich in Person von Vander (Wiese war ja verletzt) einige Gegentore kassiert.

Manchmal wundere ich mich, wie schlau kleine Stöpsel aus der Nachbarschaft sind.

Und jetzt, Werder, hilf mir und Dir, das Herz des kleinen Stöpsel aus der Nachbarschaft weiterhin grün-weiß zu halten, denn auch Dir sollte bewusst sein: lieber das W als das B auf dem Trikot.

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