16Januar

Wintercup

borttronic News » Werder Allgemein

Ich habe mir gestern tatsächlich den Luxus erlaubt, den Wintercup in Düsseldorf zu besuchen. Schade, dass man seitens des Veranstalters nicht auf die Großwetterlage reagiert und das Dach aufgemacht hat. Dann wäre man wenigstens an der frischen Luft gewesen und hätte ein wenig Sonne abbekommen. So gab es doch leider nur Hallenfussball – bloss ohne Stimmung.

Wo wir dabei sind: die Stimmung war sehr mager. In allen vier Ecken sollte normalerweise Liebe drin stecken, gestern steckten in den vier Ecken die jeweiligen Fans. Bloss hatte man scheinbar in Bremen vergessen, den Wintercup anzukündigen, denn der Stehblock war ziemlich leer. Oder verdammt leer oder eigentlich fast komplett leer. Es waren also sehr wenig Fans der grün-weißen da.

Die, die da waren, sahen im ersten Spiel eine zwar engagierte, aber glücklose Mannschaft. Trotz der vielen Verletzten konnte man einige Erkenntnisse gewinnen: eine Innenverteidigung Sokratis-Prödl funktioniert gut. Wenn beide noch etwas ihrer Ungestümtheit ablegen, dann kann sie sehr gut funktionieren. Schmitz auf links hat seine Sache gut gemacht, Gladbach hatte als Schwachstelle Boenisch ausgemacht – dementsprechend rollten die Angriffe fast nur über seine Seite. Man merkte ihm an, dass er lange nicht gespielt hat, aber so ganz schlecht war er nicht.

Trybull im defensiven Mittelfeld kann über kurz oder lang eine Alternative werden – man merkt ihm an, dass ihm die Erfahrung und ein wenig die Robustheit fehlt, aber das kann und wird kommen. Die Anlagen sind auf jeden Fall vorhanden. Ekici sah ich auf dem aufsteigenden Ast, hatte einige gute Szenen. Wesley total von der Rolle und kein Kandidat für einen Einsatz. Leider.

Im zweiten Spiel wechselte Schaaf fast komplett durch. Diesmal stand Hartherz auf links – er machte seine Sache auch recht gut – er kann sehr schnell zu einer guten Alternative werden. Marin war ebenfalls total von der Rolle – hier muss einfach mal mehr kommen. Kroos war selber nicht stark, aber zusammen mit Trybull haben sie Marin total die Show gestohlen. Ansonsten spielten im Angriff Wagner und Füllkrug – bemüht, aber ohne Bälle kann man auch nicht viel erwarten.

So wurde Werder letztendlich verdient Letzter im Turnier – sie haben einfach die Fehler gemacht, die von beiden Gegnern (die auch nicht sonderlich stark waren – im Gegenteil) bestraft wurden.

Der Wintercup wäre eine gute Möglichkeit gewesen, sich Selbstvertrauen zu holen – das haben jetzt die anderen. Ob das Taktik ist? Ich weiß nicht.

Trotzdem hatte ich einen schönen Nachmittag – auch wenn das Erlebnis auf dem Rasen nicht wirklich erquickend war. Sehen wir es unter dem Gesichtspunkt “Test” und “Hauptsache keine neuen Verletzten”. Es kristallisiert sich heraus, wer gut trainiert hat und wer den Trainer verstanden hat.

2November

Umzug

borttronic News

Im Moment ist es hier etwas ruhig, weil ich mitten im Umzug stecke. Ende des Monats wahrscheinlich wieder regelmäßg mehr

25Oktober

Werder worst eleven

borttronic Werder Allgemein

Ich nehme das Stöckchen mal von blogundweiss.de auf und nominiere hier die elf Spieler, die die Ehre hatten, das Werder-Trikot zu tragen, der Ehre aber nicht so ganz gerecht wurden.

Jemanden vergessen oder zu Unrecht nominiert? Dann auf zur Diskussion.

1. Jakub Wierchowski

Polnischer Torhüter, der leider an die große Tradition der Werder-Torhüter nicht anknüpfen konnte. In den Jahren hatte Werder zwei nicht ganz bundesligataugliche Torhüter, ihn und Borel.

2. Pascal Borel

Was für Wierchowski gilt, gilt auch für Borel. Auch, wenn er noch eine kleine Ecke besser war. Aber wirklich nur eine kleine Ecke.

3. Dirk Weetendorf

Bis auf Felix Magath wusste wohl damals niemand, warum Weetendorf verpflichtet werden musste. Der HSV hat sich wahrscheinlich diebisch gefreut, Weetendorf loszuwerden. Überzeugen konnte er mich nicht und die meisten der Werderfans auch nicht.

4. Roberto Silva

Bis auf die Nationalität, den Berater und die Spielposition hatten Pizarro und Silva nichts gemeinsam. Als Pizza nach München wechselte, wurde Silva als Nachfolger verpflichtet. Allofs dachte wohl, dass aus Peru nur gute Spieler kamen. Ein Trugschluss.

5. Dong Gook Lee

Der südkoreanische Tiger kam als Leihgabe nach Bremen und hatte schnell einen gewissen Kultstatus. Er wurde beim warmlaufen immer frenetisch gefeiert. Auf dem Platz dagegen nie. Er ist dann verdammt schnell wieder abgedampft und spielt immer noch in der koreanischen Nationalmannschaft.

6. Gustavo Nery

Einer von drei brasilianischen Fehlkäufen von Werder. Sollte die Problemposition Linksverteidiger ausfüllen. Hatte sich nach einem halbwegs ansehnlichen Spiel den Arm gebrochen und damit war es das dann. Das Wetter und der ganze Kram passte ihm nicht in selbigen, so dass er schnell wieder in Brasilien verschwand.

7. Junior Baiano

Wo wir bei den brasilianischen Fehlkäufen sind, machen wir direkt weiter. Kollege Baiano hatte sensationell gute Anlagen. Einer der besten Verteidiger, die eigentlich in den 90ern für Werder aufliefen, kam er mit dem Wetter nicht klar und verliess Werder leider viel zu schnell. Machte danach noch eine gute Karriere in der brasilianischen Nationalmannschaft. Da blutet einem doch das Herz.

8. Carlos Alberto

Der wohl epischste Fehleinkauf von Klaus Allofs. Schlafstörungen, Feiern, ach, alles mögliche hatte er sich eingehandelt, nur um nicht in Bremen sesshaft zu werden. Knappe 8 Millionen, die Werder in den berühmten Sand setzte.

9. Marcelo Moreno

Auch so ein Klops. Kurz vor der Unterschrift in Bremen wurde er von Donezk weg gekauft, kam dort nicht zum Einsatz und wurde dann für unwahrscheinliche 2 Millionen ein Jahr später von Donezk geliehen. Gebracht hat er nix. Freundete sich dann mit Vranjes und Husejinovic an – danach war Ende.

10. Holger Wehlage

Beim Feiern der Erste, beim Spielen der letzte. Wusste wohl, dass er nach 2004 niemals mehr Deutscher Meister werden würde und hat dann dieses Ereignis entsprechend ausgelassen gefeiert. Hat er eigentlich in der Saison einmal Bundesliga gespielt? Ich weiß es nicht.

11. Aad de Mos

Last not least muss ich mal einen Trainer nominieren. Nachfolger von Otto dem Großen zu werden ist natürlich nicht einfach. Aber Aad de Mos hat sich eigentlich mit seiner Art und seinen Sprüchen selber disqualifiziert. Sagen wir mal so: Zwischen ihm und Bremen hat es nicht gepasst.

Das waren dann meine “worst eleven”. Ich habe noch an folgende anderen Bremer gedacht: Melek Lagerblom, Mladen Krstajic bei seiner “SV Widerlich-Spuck-Attacke”, Diego bei seinem Würgangriff, Husejinovic, Vranjes, und noch ein paar andere, gerade aus der Zeit zwischen 95 und 99. Aber so richtig fremdschämen oder schlecht waren da auch nicht so viele.

3Oktober

Ent-Schuld-igung

borttronic Bundesliga » Werder Allgemein

Hallo Aaron Hunt,

ich möchte Dir (ich hoffe, es ist ok, wenn ich das Du wähle) heute einen offenen Brief schreiben. Die letzte Saison war für Dich als Spieler und für uns als Fans sicher alles andere als einfach. Für viele warst Du der Buhmann und der Schuldige. Im eigenen Stadion von den eigenen Anhängern ausgepfiffen zu werden, ist wohl alles andere als einfach. Die Ablehung der Fans ging sogar soweit, dass das Worum eine Aktion ins Leben rufen musste, um Dich zu unterstützen. Auch ich fand die Aktion “mit Herz und Hunt” sehr gut, denke ich doch, dass man die eigene Mannschaft nicht und einzelne Spieler daraus erst recht nicht auspfeiffen sollte.

Auch nach dem Heidenheim-Spiel gab es viele Fans, die “Hunt raus” nicht nur gedacht haben. Ich gehörte übrigens nie dazu. Aber darum geht es nicht. Mit stabilen, konstanten Leistungen hast Du die Kritiker mundtot gemacht. Mittlerweile gibt es kaum noch einen, der “Hunt raus” laut ausspricht. Vom Sündenbock zwar noch nicht wieder zum gefeierten Held, aber schon mal mindestens zum respektierten Spieler. Diese Leistung gilt es zu honorieren. Aaron Hunt, ich ziehe meinen Hut, dass Du die (um im Jargon Deines Trainers zu bleiben) Situation angenommen, daraus gelernt hast und daran gewachsen bist. Find ich toll. Und ich wünsche mir, dass dieser Trend weiter geht. Ich erwarte keine permamenten Spitzenleistungen, aber ich freue mich darüber, wenn Du weiterhin so kämpferisch und lauffreudig auf dem Platz stehst.

Wie man sich als Sündenbock fühlt, kannst Du seit gestern sicherlich auch Philipp Bargfrede erklären, denn er wurde als Sündenbock für die Niederlage ausgemacht. Du kannst ihm sicherlich aber auch erklären, dass er sich nicht unterkriegen lassen darf und dass jeder einmal einen schwarzen Tag hat. Ich würde mich sehr freuen, wenn Philipp Bargfrede nach der Länderspielpause wieder ein richtig geiles Spiel hinlegt – so, wie er das schon oft für Werder gemacht hat. Und ich würde mich so richtig doll freuen, wenn Du, Aaron Hunt, dem guten Philipp Bargfrede vielleicht den Ball auflegst, dass er sein erstes Tor macht. Verdient hätte er es sich!

Ich wünsche mir von Dir und der gesamten Mannschaft, dass Ihr dem guten Philipp unter die Arme greift, ihn aufbaut und zuseht, dass er nicht in ein Loch fällt. Und das gleiche könnt Ihr bitte auch noch mit Marko Arnautovic tun. Sagt ihm, dass der Tritt fies war, dass aber noch lange nicht jeder Schiedsrichter dafür rot gibt. Und sagt ihm, dass ihr sicher seid, dass er nach seiner Sperre stärker zurück kommt, als zuvor.

Danke schön für’s zuhören.

26September

Haariger Sieg

borttronic Bundesliga » News » Werder Allgemein

In der Nachspielzeit erzielt Pizarro den Siegtreffer gegen die Hertha und bringt Werder damit auf Platz 2. Direkt mal zu Anfang: Bayernjäger Nummer 1 ist vielleicht tabellarisch richtig, weil (wie Arnautovic) an nur noch Bayern vor sich hat, aber man steht nur deshalb auf Platz 2, weil man eine um ein Tor bessere Tordifferenz hat. Aber egal.

Der Schiedrichter gestern abend war schlecht – ganz schlecht. Werder hat davon profitiert, aber das macht es nicht besser. Es gab einige haarige Situationen und er hat nicht immer richtig reagiert.

A propos Haare. lieber Sebastian Prödl, als Fussballer mag ich Dich ja wirklich, aber das, was Du im Moment “Frisur” nennst, war ungefähr so schlecht, wie die Leistung von Ekici gestern: schlecht. Du siehst leider aus wie jemand, der gerade vom SA-Kampfeinsatz kommt oder da gerade hin unterwegs ist. Das finde ich nicht schön. Bitte, mache Dir wieder einen Schnitt, der nach etwas aussieht. Orientiere Dich dabei aber NICHT an Patrick Ebert. Eher an Clemens Fritz oder ganz klassisch an Andreas Wolf. Und wenn ich schon dabei bin, kann ich direkt auch Herrn Arnautovic etwas ins Buch schreiben: Marko, Deine Frisur ist auch scheisse. Das sieht einfach nur grauenhaft aus. Ich frage mich, wer irgendwann mal gesagt hat, dass diese Irokesenschnitte gut aussehen? Tun sie nicht.

Für die Tore waren unsere beiden Ösis gestern nicht zuständig. Das hat Pizarro erledigt. Der hat ja auch die Haare schön.

Wohl bekommts, Werder seit 5 Spiele unbesiegt, das ist eine Serie.

18September

Wasser marsch!

borttronic Bundesliga » Werder Allgemein

Bis Samstag 15.30 wäre ich mit einem Punkt in Nürnberg wohl eher weniger zufrieden gewesen. Um 17.30 (oder war es 17.40?) war ich mit dem Punkt sehr zufrieden. Nach 75 Minuten Abwehrschlacht lag am Ende ein doch glücklich, aber ordentlich erkämpfter Punkt. Ein Punkt definitiv für die Moral und für das Team.

Positiv ist, dass die Mannschaft niemals aufgesteckt, sich das Unentschieden erkämpft und sich gegenseitig unterstützt hat. Positiv ist, dass Mielitz ein guter Vertreter für Wiese ist, so dass es nur einen geringen Qualitätsverlust auf dieser Position in den nächsten 1-2 Spielen geben wird. Positiv ist, dass Ignjovski auch Rechtsverteidiger kann. Das war’s aber auch schon mit den positiven Punkten, die ich erkannt habe.

Ich fand die Mannschaft von der ersten Minute viel zu passiv. Nürnberg wirkte wacher, griffiger und kampfeslustiger als Werder. Sie haben mit dem frühen Pressing alles richtig gemacht und im Endeffekt dafür gesorgt, dass sich Wiese selber früh zum Duschen geschickt hat. Da er ja abends bei Sky90 zu Gast war, war die rote Karte wahrscheinlich Absicht, damit er pünktlich dort sein konnte. Wiese war also auch negativ.

Auch Ekici sah ich eher negativ. Er hat zwar das Tor wunderschön gemacht, aber trotz allem fehlte mir bei ihm im Spiel noch einiges an Bindung. Ich hatte das Gefühl, dass Schaaf eher Ekici hätte rausnehmen sollen als Arnautovic. In der momentanen Situation und Form denke ich, dass Arno der kämpferisch bessere Spieler in der Situation gewesen wäre.

Die Ausrichtung der Mannschaft nach dem Platzverweis fand ich eher suboptimal. Erst Recht nach der Führung hat sich Werder ganz hinten reingestellt und darauf gewartet, was Nürnberg macht. Das kann über 30 oder 45 Minuten klappen, über 75 Minuten funktioniert es sicher nicht. Im Endeffekt hat Werder sprichwörtlich darauf gewartet, dass Nürnberg den Ausgleich macht. Es gab zwar einige Kontergelegenheiten, diese wurden aber nicht einmal wirklich zu Ende gespielt. Das kann und sollte man auch cleverer spielen.

Ich habe gelernt, dass man alles positiv abschließen soll, so also auch hier: In Nürnberg unter diesen Umständen einen Punkt einzufahren ist eine gute Leistung. Mit 4 Spielen ohne Niederlage steckt man in so etwas wie einer Serie. Diese Serie kann ruhig so weiter gehen.

12September

Gut getan

borttronic Bundesliga » Werder Allgemein

Naldo hatte Geburtstag, ich hatte Geburtstag und Werder hat uns beiden das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht: den Derbysieg. Im Gegensatz zu mir hat Naldo aktiv mitwirken dürfen.

Da ich aktiv auf einer Feier mitgewirkt habe, habe ich das Spiel nur in Zusammenfassungen gesehen, kann als keinen eigenen, fundierten Kommentar geben.

Auf jeden Fall war das zweite Pizarro-Tor Weltklasse. Und ich freue mich über den Derby-Sieg

9September

Aufgedeckt

borttronic Bundesliga » Sonstiger Fussball

Ich bin mal fremd gegangen und habe beim blogundweiss einen schönen Artikel zum Thema Magath gefunden. Kann ich jedem nur empfehlen, besonders diversen Bundesliga-Verantwortlichen, welche überlegen, einen Magath zu verpflichten.

Auch Tobias sieht Parallelen zwischen Markus Miller und Patrick Helmes:

Das Verhalten von Magath wirkt antiquiert und auch gefährlich. Während man in Hannover psychisch labile Spieler jegliche Unterstützung entgegen bringt, scheint Magath das genaue Gegenteil zu praktizieren: Wie sich Patrick Helmes fühlt, nachdem er völlig zu Unrecht auf das Abstellgleis manövriert wurde, danach fragt niemand. Dass Helmes möglicherweise bis zur Winterpause kein Spiel mehr macht und somit faktisch seinem Beruf nicht mehr in adäquater Weise ausüben kann, wird in Fußballdeutschland normalerweise mit dem Gehalt Argument abgetan: Helmes kassiert ein fürstliches Gehalt. Und nun, ohne etwas dafür tun zu müssen. Der soll doch froh darüber sein. Ich bin mir sicher, dass dem nicht so ist. Magath interessieren solche Belanglosigkeiten wie  Wohlbefinden, Spaß an der Arbeit oder ein sozial angemessener Umgang zwischen Erwachsenen anscheinend nicht. Er sieht lediglich eine schlechte Welt, in der nur harte Arbeit und immenser Druck von oben zum Erfolg führt. Mehr gibt es für ihn nicht. Business as Magath.

Den kompletten – sehr lesenswerten – Artikel hier.

8September

Gras oder kein Gras?

borttronic Sonstiger Fussball

Bei “Der Westen” habe ich einen Kommentar über Wiese und das “Torwartspiel der alten Schule” gefunden.

Darin wird kommentiert, dass dort, wo Wiese hintritt, kein Gras mehr wächst. Das ist nicht nur ein schönes Wortspiel, das bezieht sich hauptsächlich darauf, dass Wiese wie irre aus seinem Tor kommt, um eine Chance zu vereiteln. Der Autor nennt es schlicht “Torwartspiel der alten Schule”. Es mag sein, dass diese doch meist etwas ungestüme herauslaufen als überholt gelten mag – und dass Wiese im Polenspiel auch nicht zwangsläufig hätte rauslaufen müssen, aber:

Ob altes oder neues Torwartspiel, die erste Aufgabe eines Torhüters ist es, Tore zu verhindern. Und das auf jede erdenkliche Art und Weise. Ob früher oder jetzt, es gibt Torhüter, die können es besser, es gibt Torhüter, die können es schlechter.

Ein Manuel Neuer ist vielleicht gut in der Strafraumbeherrschung und der Junge hat auch gute Reflexe und ein gutes Fussballspiel. Was er aber überhaupt nicht kann, ist rauslaufen, den Winkel in der Mitte des Strafraumes klein machen. Das, was der Autor gemeinhin als “alte Schule” bezeichnet. Etwas, was einen Wiese und einen Weidenfeller auszeichnen. Sich auch mal Respekt verschaffen, in dem man rausläuft und reingrätscht.

Das hat was mit Selbstvertrauen zu tun: ich gehe da jetzt rein, bekomme den Ball und gut ist.

Der Autor Reinhard Schüssler schreibt, dass man über die Wieses und Weidenfellers ruhig Gras wachsen lassen kann – und dass, damit die Nationalmannschaft Titel gewinnen wird, man auf diese Art Torhüter ruhig verzichten kann.

Ich sehe das wie Otto Rehhagel, der mal meinte: es gibt keine alten oder jungen Spieler, es gibt nur gute oder schlechte. Und so ist das auch mit den Torhütern: im Endeffekt zählt nicht, ob “alte Schule” oder “moderner Torhüter”. Am Ende des Tages wird der Torhüter nach dem bewertet, was er machen muss: Tore verhindern und keine Fehler machen.

7September

I had a dream

borttronic Geschichten und Anekdoten

Ich habe letzte Nacht von Werder geträumt. Das passiert manchmal etwas häufiger, aber der Traum war so abgefahren, den muss ich einfach niederschreiben.

Ich habe geträumt, dass Werder in der Qualifikation zur Euro League steht und ein Auswärtsspiel hat. Irgendwo in der weißrussischen Provinz. Keine Ahnung wo. Aber in Weißrussland. Auf jeden Fall bin ich mit Stefan dort hin gefahren. (Ich fahre schon mal häufiger mit Stefan zu Werderspielen). Oder besser geflogen. Ein Stadion in diesem Sinne gab es nicht, denn die Weißrussen haben auf einem Ascheplatz gespielt. Es gab auch nur eine Tribüne – für die Heimfans. Aber es gab eine Stadionkneipe, die direkt am Spielfeldrand stand. Dort mussten die wenigen mitgereisten Werderfans hin, um das Spiel zu schauen.

Für die Einheimischen gab es auch keine Eintrittskarten – jeder hatte da seinen angestammten Platz. Damit aber alles seine Ordnung hatte, gab es für uns Gästefans Eintrittskarten. Diese waren allerdings recycled. Es handelte sich um Eintrittskarten von der letzten KiK-Weihnachtsfeier.

In der Stadionkneipe wurden Stefan und wir von den Einheimischen eingeladen. Mir hat man das preiswerte, sehr leckere einheimische Bier kredenzt, Stefan wurde das teurer, importierte und ekelhafte Warsteiner untergejubelt. Die Folgen sind FSK18, die haben hier nix zu suchen.

Irgendwann fing das Spiel an, Werder war zwar besser, schaffte es allerdings nicht, auf dem Geläuf Tore zu erzielen. Hunt und Arnautovic schoben die Bälle am leeren Tor vorbei, es ging gar nichts. Im Gegenzug erzielten die Weißrussen zwei Tore und gewannen schließlich glücklich mit 2:0. Zwischendurch ging Stefan in den ersten Stock der Stadionkneipe, ich blieb im Erdgeschoss und wir intonierten den Werder-Bremen-Wechselgesang. Leider waren nur 10 Fans mitgereist, deshalb war das nicht so ergebnisreich.

Nach dem Spiel haben wir festgestellt, dass unser Flug nach Hause gestrichen wurde, so dass wir mit einem alten, klapprigen Russenbus wieder nach Hause fahren. Dann bin ich aufgewacht.